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Neuntes Kapitel.
Das iſt ein Feſt! Avienus.
Wein! sacrebleu! Wein!
Die Bouteillen flogen klirrend zuſammen und zerbrachen, Flüche und Verwünſchungen ertönten von allen Seiten.
Bald ertönte das dumpfe Geräuſch eines Piraten, der be⸗ ſinnungslos auf dem Deck niederſtürzte, bald die heiſere Stimme derer, welche noch mit einer Hand ihr Glas hielten, während ſie mit der andern ſich an den Tiſch klammerten.
Wein hierher! Schiffsjunge, Wein! oder ich erwürge ich!
Einige ringen miteinander, Fuß gegen Fuß, Stirn gegen Stirn. Sie faſſen ſich, ſie umſchlingen ſich, der Eine gleitet aus, fällt, krachend bricht ein Knochen, und Flüche folgen auf das Gelächter.
Dort liegen Andere, blutend, mit zerſchlagenem Schädel, zu den Füßen luſtiger Gefährten, welche wilde, bachantiſche Geſänge anſtimmen.
Andere ergötzen ſich im höchſten Grade thieriſcher Betrun⸗ kenheit, die Hand eines todttrunkenen Matroſen zwiſchen zwei Kugeln zu zerquetſchen. Noch eine Menge anderer Ergötzlich⸗ keiten finden ſtatt.
Seufzer, Geſchrei der Wuth und tolles Gelächter miſchen ſich durcheinander zum wirren Lärmen.
Das Deck iſt geröthet von Wein oder Blut, doch was thut das! Die Zeit flieht ſchnell am Bord des Sperbers; Alles iſt Freude, Ausgelaſſenheit, Entzücken. Aufl genießt das Leben, denn es iſt kurz! Die böſen Tage ſind häufig, und wer weiß, ob das Heute ein Morgen für Euch hat. Ergötzt Euch daher! ergreift die Freude, wo ſie ſich bietet!
Nicht jene zarte, beſcheidene Freude mit Flügeln von gol⸗ digem Azur, welche einem jungen, ſchüchternen Mädchen gleicht; nicht jenes zarte Vergnügen, welches den friſchen, blendenden Kopf vor den tauſend Spiegeln eines Boudoirs hin und her wiegt, oder mit den geſpitzten Roſenlippen einen Becher gefror⸗
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