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wärts, mein Junge, laß uns eilen, denn ich ſehe ſchon, wie der Capitain ungeduldig wird, und leicht könnte er auch mir ſo ein Gericht zudictiren.“
Man befeſtigt Lescoöt auf einer Wandtauleiter, die Arme
hoch, den Rücken nackt bis zum Gürtel. „Alles bereit,“ ſagte Meiſter Zeli. Kernok gab ein Zei⸗ chen, und das Tau fiel dröhnend nieder auf den Rücken Les⸗ coöt's. Bis zum ſechſten Streiche betrug er ſich ſehr anſtändig; nichts als ein dumpfes Geſtöhn begleitete jeden Schlag. Beim ſiebenten aber verließ ihn der Muth, und in der That mußte er viel leiden, denn jeder Streich ließ auf ſeinem Körper einen rothen Streifen zurück, der ſich bald blau und ſchwarz färbte, dann ſprang die Haut, und das lebendige blutende Fleiſch quoll hervor. Es ſchien, daß die Qual unerträglich würde, denn der Zuſtand gänzlicher Erſchlaffung folgte auf die Verzuckungen, welche Lescoöt bisher erlitten hatte.
„Er wird ſchwach,“ ſagte Zeli, und hielt inne.
Herr Durand, der Kanonier-Chirurg⸗Zimmermann des Schiffes näherte ſich, und fühlte den Puls des Leidenden; in⸗ dem er das Geſicht verzerrte und die Schultern zuckte, gab er dem Meiſter Zeli ein bedeutungsvolles Zeichen.
Das Tau ſpielte aufs neue, aber ſein Ton war nicht mehr ſo trocken und hellklingend, wie zuerſt, wo es auf eine trockne Haut fiel, ſondern dumpf und dröhnend, als ſchlüge man in den Koth.
Lescoöt's Rücken war aufgeriſſen; in Fetzen fiel die Haut herunter, und Meiſter Zeli mußte die Hand vor die Augen halten, um nicht durch das Blut geblendet zu werden, welches bei jedem Streiche umherſpritzte.
„Und zwanzig!“ ſagte er mit dem Ausdrucke der Zufrie⸗ denheit, gemiſcht mit der Miene des Bedauerns, wie ein jun⸗ ges Mädchen, welches ihrem Geliebten den letzten der verſpro⸗ chenen Küſſe giebt, oder wenn man lieber will, wie ein Bankier, der ſeine letzte Goldrolle zählt. 3
Lescoét wurde ohne Zeichen des Lebens fortgetragen.
„Jetzt,“ ſagte Kernok,„ein tüchtiges Pflaſter von Kano⸗ nenpulver und Weineſſig auf die Schultern, und morgen iſt es vorbei.“— Dann wendete er ſich zum Steuermann und ſagtet „Haltet ſüdweſtlich, und wenn ein Segel ſignaliſirt wird, be⸗ nachrichtigt mich!“


