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Siebentes Kapitel.
Dieſe gewaltige Aufregung, bieſes verzeh⸗ rende Fieber, das iſt die Liebe.
Carlos und Anita.
Der Dreimaſter San-Pablo befand ſich in der Meerenge von Gibraltar. Von ſchwachem Winde getrieben, hatte er alle Segel beigeſetzt. Er kam von Peru und begab ſich nach Liſſa⸗ bon unter engliſcher Flagge, von dem Bruche zwiſchen England und Frankreich nicht unterrichtet.
In der Cajüte des Capitains befanden ſich Don Carlos Toskano mit ſeiner Gattin, ein reicher Kaufmann aus Lima, welcher den San⸗Pablo zu Calao gemiethet hatte.
Man erkannte die Cajüte nicht wieder, ſo viel Lurus und Eleganz hatte Don Carlos darin entfaltet. Die nackten grauen Wände wurden durch eine reiche Draperie bekleidet, welche, über den Fenſtern ſich theilend, in gefälligen Falten herabfiel. Der Boden war mit Matten von Lima bedeckt, aus feinem weißen Stroh geflochten und mit geſchmackvollen Muſtern in hellen Farben geziert. Ringsumher ſtanden, in Gefäßen von rothem polirten Akapholz, Camelien, merikaniſcher Carmin und breitblättriger Cactus. In einer ſchönen Volisre von ſilbernem Flechtwerk ſchwangen ſich Bengalis mit grünem Kopf und purpurnen goldgeſäumten Flügeln, niedliche langſchwänzige Pa⸗ pageien von Portorico, ganz blau, mit oranger Krone und einem Schnabel ſo ſchwarz wie Ebenholz.
Die Luft war warm und würzig, der Himmel rein, das Meer prachtvoll, und ohne das leichte Wogen des Fahrzeuges hätte man glauben können, auf feſtem Lande zu ſein. Auf einem reichen Divan ſitzend, lächelte Carlos ſeiner Gattin zu, die eine Guitarre in der Hand hielt, auf der ſie eben geſpielt hatte.
„Bravo! Bravo! meine Anita,“ rief er aus,„nie iſt die Liebe beſſer beſungen worden!“
„Weil man ſie nie inniger empfand, mein Engel.“
„Ja, und für ewig, ſagte Carlos.
„Für das Leben,“ ſagte Anita.


