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ſeille und von da nach Tunis zurückzukehren. Agba hatte ſich ohne Zweifel verſteckt, um ſich von dem Pferde nicht trennen zu müſſen, das er aufgezogen und geliebt hatte, wie die Araber die Pferde lieben, d. h. mit Leidenſchaft, und das ihm überdies eines ſeltſamen Umſtandes halber theuer war, der vielleicht dieſe Anhänglichkeit des Mauren erklärt, von der es wohl kein zwei⸗ tes Beiſpiel giebt.
Ohne Zweifel hatte ſich irgend ein Subaltern⸗Beamter des königlichen Marſtalls für den Stummen intereſſirt und ihm die Er⸗ füllung ſeines Wunſches erleichtert, denn er kam aus dem Stalle zu Verſailles nicht heraus und lebte da von der Mildthätigkeit.
Solange Scham dem Könige gehörte, hatte Agba von der ſorgloſen Trägheit der Stallknechte leicht die Gunſt erlangt, das Pferd ſelbſt putzen und warten zu dürfen; ſobald es aber von dem Küchenwagen in den Dienſt des Fuhrmanns überging, folgte ihm der Stumme und theilte das beklagenswerthe Schick⸗ ſal ſeines Pferdes.
Dieſes zum großen Schmerze Agba's in Frankreich ſo ver⸗ achtete Pferd war gleichwohl einer der würdigſten Nachkommen einer der älteſten Racen der Berberei, die wegen ihrer Kraft und Schnellfüßigkeit Race der Könige von der Feſſel hieß.
Der Bey von Tunis hatte geglaubt, Ludwig XV. ein koſt⸗ bares und ganz königliches Geſchenk zu machen, wenn er ihm Scham ſende(ſo hieß das Pferd), der, nach der Sitte, ſeinen langen und ruhmreichen Stammbaum in einem kleinen reichge⸗ ſtickten Säckchen von Kameelhaar an einer Schnur von rother Seide und Gold am Halſe trug.
Bei dem Eintritte in den Marſtall des Königs war die⸗ ſes koſtbare Säckchen mit mehreren Amuletten, welche es vor Unglück bewahren ſollten, dem Pferde abgenommen und verächt⸗ lich weggeworfen worden.
Höchlich erſchrocken über dieſe Miſſethat hatte Agba, der nun das traurigſte Geſchick für Scham fürchtete, dieſe Religuien ſorgſam aufgehoben und aufbewahrt, denn er hoffte einſt ſein Pferd wieder damit ſchmücken und es dadurch vor den zahlloſen Tücken bewahren zu können, welche den armen Scham bereits betroffen hatten und die Agba in ſeiner Verzweiflung zum gro⸗ ßen Theil dem Verluſte der Amulette zuſchrieb.
Die Anhänglichkeit dieſes Mauren fuͤr ſein Pferd läßt ſich leicht begreifen; der Stumme hatte die Stuterei von Tunis nie


