Teil eines Werkes 
43. Band, Die Cucaracha : 3. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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verlaſſen, und Scham war vor ſeinen Augen zur Welt gekom⸗ men und ſeine wunderbaren Eigenſchaften hatten ſich allmälig vor ihm entwickelt. Was aber für Agba fortwährend ein Ge⸗ genſtand des Intereſſe, des Nachdenkens, der Furcht und der Hoffnung geweſen und noch war, war das gleichzeitige Vor⸗ handenſein zweier einander widerſprechender Zeichen, eines guten und eines böſen, deren Macht nach den abergläubiſchen Ideen der Orientalen den außerordentlichſten Einfluß auf das Schickſal Schams haben mußte.

Man weiß vielleicht, daß die Mauren und Araber, die in der Kenntniß der Pferde ſehr erfahren ſind, ſiebenzig Anzeichen von Glück oder Unglück kennen, nach denen ſie das Horoſcop dieſer Thiere ſtellen; merkwürdigerweiſe bemerkte man an Scham zwei unfehlbar mächtige Zeichen, deren eines das elendeſte Le⸗ ben, das andere dagegen die glorreichſte Exiſtenz verkündete, und das erſte dieſer Zeichen war eine Art Aehre, die durch eine eigenthümliche Stellung des Haares mitten auf der Bruſt ge⸗ bildet wurde. Solche Aehren werden von den Arabern zu den verderblichſten Wahrzeichen gerechnet, welche das Leben eines Pferdes durchkreuzen können. Das zweite Zeichen, das dagegen ein eben ſo langes als ruhmvolles Leben für das Pferd und deſſen zahlreiche Nachkommenſchaft verkündete, war ein kleiner weißer Fleck, den Scham, deſſen Farbe braun war, am Hinter⸗ fuße hatte.

Man kann ſich denken, wie Agba ſeit ſeiner Abreiſe von Tunis bald von Angſt gepeinigt, bald von Hoffnung gewiegt wurde, da er fortwährend zwiſchen dem guten und böſen Ge⸗ ſchicke ſeines Pferdes hin und her ſchwankte.

Da Scham für einen König von Frankreich, alſo für einen der mächtigſten Monarchen der Erde, beſtimmt war, ſo hatte der Maure darin den günſtigen Einfluß des weißen Fleckens erkannt, als er aber Scham aus dem königlichen Marſtall zu dem Küchendienſte und von dieſem gar an einen Holzfuhrmann verwieſen ſah, mußte er in dieſem Unfalle die Einwirkung der Aehre ſehen, welche noch trauriger durch den Verluſt der Amu⸗ lette gemacht wurde, die er dem Pferde nicht wieder anzu⸗ hängen wagte, weil er eine neue und rohe Entweihung derſelben durch den Fuhrmann fuürchtete.

So verzweifelte Agba bald, bald ſagte er ſich wiederum, daß doch nicht jeder Hoffnung für Scham zu entſagen ſei. Er

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