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es füttere. Gut! Mein Koch war ganz ſtolz darauf, ein Pferd zu haben, aber was geſchah! Das Pferd hätte beinahe den Koch gefreſſen; denn eines Tages packte es ihn am Leibe und riß ihm ein großes Stück von dem Barte, ſammt der Haut weg; da hatte der Koch genug und er wollte nichts mehr von dem Pferde wiſſen. Ich kenne den Gehilfen des Koches; er erzählte mir von dem Thiere, das ſein Herr für dreißig Thaler verkaufen wolle, ich handelte und bekam es für zwanzig, aber habe es da⸗ mit noch viel zu theuer bezahlt. Sehen Sie, deshalb glaube ich, Sie wollten mich zum Beſten haben, als Sie mir funfzehn Louisd'or boten.“
„Wo war das Pferd, ehe es in den königl. Marſtall kam?“
Weißt Du das?“
„Ich? Nein, das heißt, es war in einem fernen, fernen Lande; der Mohr weiß es.“
„Wer iſt der Mohr, von dem Du immer ſprichſt?“
„Ein Lump, ein Unglücklicher, ein Bettler, der ſchwarzgelb ausſieht und aus demſelben Lande iſt wie das Pferd, denn wie mir der Gehilfe des Kochs erzählt hat, wurde die Mähre da mit einem halben Dutzend anderer im vorigen Jahre dem Kö⸗ nige von irgend einem Mamamuſchi aus einem Lande bei den Türken geſchickt. Ein ſchönes Geſchenk das! Alle dieſe Thiere taugten nichts und waren den Hafer nicht werth, den ſie fra⸗ ßen; man ſchickte ſie deshalb auch gar bald zu den Waſſerton⸗ nen der Gärtner oder zu den Küchenwagen; einige ſind dabei umgekommen und andere wurden verkauft wie das meinige, ha⸗ ben aber ihren Herren auch keine Freude gemacht.“
Als der Quäker von der ausländiſchen Herkunft des Pfer⸗ des hörte, das dem Könige von Frankreich geſchenkt worden, betrachtete er es nochmals und recht aufmerkſam. Er war al⸗ lerdings kein beſonderer Pferdekenner, hatte aber doch in ſeinem Leben viele Pferde geſehen und dieſe zweite Muſterung enthüllte ihm ebenſowenig als die erſte die Eigenſchaften, welche dieſem Pferde eine ſo ehrenvolle Auszeichnung hätten verſchaffen kön⸗ nen. Dagegen intereſſirte ihn die Anhänglichkeit zwiſchen dem Pferde und dem Manne ſehr, welchen der Fuhrmann den Moh⸗ ren nannte; er fragte deshalb ſeinen Führer nochmals:
„Noch einmal, wer iſt der Mann, der, wie ich ſehe, ein Afrikaner iſt und den Du den Mohren nennſt? Was iſt aus ihm geworden?“


