Teil eines Werkes 
43. Band, Die Cucaracha : 3. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

Pferd iſt, läßt ſich erklären, daß er ein Menſch iſt und da ſie aus einem Lande ſtammen, aber eine Katze! Man ſollte es nicht glauben und doch, ſobald das Pferd kommt Sie wer⸗ den die Comödie mit anſehen ſpringt die Katze auf den Wa⸗ gen, von dem Wagen auf das Pferd und dabei ſchnurrt ſie und ſchnurrt ſie, als hörte man ein Tambourin. Das Beſte bei der ganzen Geſchichte iſt aber, daß die Mähre thut, als kenne ſie auch die Katze; das Pferd wiehert und ruft und gleich kommt die Katze, ſpringt auf das Faß, in welches ich den Hafer thue und dann liebkoſet das Pferd die Katze mit den Lippen, es leckt ſie, wahrhaftig es leckt ſie. Sie müſſen das ſehen! Ich ſage Ihnen, es iſt eine luſtigere Comödie als es eine auf dem Jahr⸗ markte zu St. Germain geben kann und man würde ſich nicht ſchlecht dabei ſtehen, wenn man die Katze, das Pferd und den Mohren für Geld ſehen ließe.

Der gute Quäker wunderte ſich, und mit Recht, über dieſe ſeltſame Zuneigung eines Pferdes zu einer Katze; da dies aber eine Thatſache in dieſer Geſchichte iſt, ſo wird man ſie wohl ohne Weiteres zugeben.

Wo haſt Du das Pferd gekauft? fragte der Quäker den Fuhrmann.

Von einem königlichen Koche, denn die Mähre kommt, wie Sie ſie da ſehen, vom Könige.

Bei dieſen Worten ſah der verwunderte Quäker den Fuhr⸗ mann und dann das Pferd an, aber er erkannte an dem erbar⸗ menswurdigen Aeußern des letztern durchaus nichts Königli⸗ ches. Seine Neugierde war indeß einmal rege gemacht und er bat den Fuhrmann, ihm zu erzählen, wie das Pferd in ſeinen Beſitz gekommen ſei.

Das iſt ſehr einfach; das Pferd wurde bei dem Könige bei den Küchenwagen benutzt, die zwiſchen Paris und Verſailles hin⸗ und herfahren; aber es war ſo bösartig, ſo bösartig mit den andern Pferden, beſonders wenn es Stuten ſah(denn mit Erlaubniß zu ſagen, das iſt ein Hengſt), es war alſo ſo bös⸗ artig, daß man es nicht bändigen konnte. Der Controleur des Küchendepartements verlor endlich die Geduld und befahl eines Tages, das Thier zu verkaufen, da aber natürlich Niemand das böſe Thier kaufen konnte, weil es Jedermann kannte und weil es mehr fraß als es werth war, ſo ſchenkte man es einem Koch, um es nur loszuwerden, unter der Bedingung, daß er