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die Sonne in ihren Strahlen, die Sterne in ihrem Funkeln ſchrieben, was die Stimme ſagte: Dein Sohn, Ali von De⸗ belen, wird Weſir werden.“
„Der Tod naht— ſie ſpricht irre,“ ſagte Ali tief betrübt, als er einen kalten Schweiß die Stirne ſeiner Mutter bedecken ſah.
„Mutter, höre uns, erkenne uns,“ rief Chainitza, indem ſie Khamco verzweiflungsvoll in ihre Arme ſchloß; aber noch immer eine Beute des Fieberanfalles, der das ſchwache Ueber⸗ bleibſel ihres Lebens aufrieb, fuhr Khamco fort, ohne die Gegen⸗ wart ihrer Kinder zu bemerken:
„Und eines Tages ſind alle Hauptleute der Armatolen von Toskaria gekommen— ſie ſind gekommen, um Khamco zu ſa⸗ gen, als ſie noch lebte, die blaſſe Wittwe Vely Beys: Du biſt tapfer, Du verſchmähſt unſere Liebe, aber Du gehörſt keinem Andern an;— wie der Schnee des Haliacmontes eiskalt für Alle iſt, ſo iſt Dein Herz eiskalt für uns; deshalb, Tochter des Conitza, wollen wir Deine Vertheidiger ſein und die Vertheidi⸗ ger des ſchönen Ali, Deines Sohnes, und der ſchönen Chai⸗ nitza, Deiner Tochter!— Da hüpfte das Herz Khamco's vor Stolz, da dankte ſie den Häuptlingen und rief ihnen zu, indem ſie ihre Waffen ergriff: Vorwärts!— Denn der Bei von Kar⸗ diki, ſeine Lapez's und ſeine Klephthen haben geſtern unſern Pharez geplündert und deſſen Einwohner niedergemetzelt!“
„Mutter, Mutter!“ rief der Weſir mit Schrecken, als er ſah, daß Khamco durch ihre Verſtandesverwirrung zu jener fürchterlichen Epiſode zurückgeführt wurde, deren Erinnerung ſie in tödtliche Wuth verſetzen mußte.
Aber ſie fuhr mit ſcharfer Stimme fort, indem ſie ihre Worte mit heftigen krampfhaften Bewegungen begleitete:
„O, es war eine ſchöne Nacht— eine ſchöne finſtere Nacht, die Nacht, welche auf die Niederlage der Kardikioten folgte! Den gangen Tag lang hatte man gekämpft und den Abend auch noch gekämpft. Khamko, die Kriegerin, und ihr Sohn, der junge Löwe, waren ermüdet durch das Gemetzel, die Kardikioten waren geflohen, alle geflohen. Die Hauptleute und ihre Armatolen wollten ausruhen in einem Defilé— in einem ſchwarzen Deſilé; die Krieger hatten ihre Kepes auf den nackten Fels gebreitet und waren darauf entſchlafen.— Khamco fror für ihre Kinder, ſie fror eben ſo ſehr, als ſie jetzt in ihrem Grabe friert. Die armen Kinder, welche die Nacht erſtarren


