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Gewaltſamkeit der fürchterlichen Erinnerungen, welche in dem Geiſte der ſterbenden Khamco erweckt wurden, verlieh ihr eine trügeriſche und vergängliche Kraft, und ſie rief wüthend aus:
„Ich wollte ſterben und vergaß meine Rache!— aber— ich will leben—; leben, um mich zu rächen;— leben, um das letzte Haus der nichtswürdigen Stadt niederbrennen zu ſehenz — leben, um ihren letzten Einwohner unter den entſetzlichſten Martern ſterben zu ſehen;— ja, ja, ich muß leben— weil mein Sohn mich trotz ſeiner Macht noch nicht rächen kann, wie er ſagt;— weil die letzte Stunde dieſer ganzen verab⸗ ſcheuungswürdigen Bevölkerung noch nicht gekommen iſt.— Ich will leben, um dieſe Stunde zu erwarten; ich will leben, bis mein fürchterlicher Löwe von Debelen dieſe Stadt gerächt haben wird.— Wo iſt der Bektadji? Alle ſeine blutigen Tränke bereite er im Augenblick, und noch andere— ohne Mitleid, ohne Barmherzigkeit,— denn ich muß leben.“—
Plötzlich fuhr Chainitza zuſammen und lauſchte.
Fernes Trompetengeſchmetter ließ ſich vernehmen. Mit einem Satze war ſie am Fenſter, und indem ſie den Vorhang aufzog, rief ſie aus:
„Meine Mutter, meine Mutter, es iſt Ali!“
„Mein Sohn! Ha, jetzt bedarf ich keines Trankes mehr! Ich werde leben!“ rief Khamco mit einer Exaltation, die ſich nicht beſchreiben läßt.
VIHI. Der Schwur.
„Meine Mutter, o meine Mutter!“ Das waren die einzi⸗ gen Worte, die Ali auszuſprechen vermochte, indem er ſchluch⸗ zend die Knie Khamco's umſchlang, deren Züge, von der An⸗ näherung des Todes mehr und mehr entſtellt, ein baldiges Ende erkennen ließen.
Chainitza, deren Blick glhend und ſtarr war, weinte nicht, aber ſie betrachtete ihren Bruder mit ſtarren Augen. 7*


