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zum Sohne Ali, den Löwen von Debelen, Ali, den Paſcha von Janina gab— ja, ja, Die iſt mehr als eine Sterbliche.“
Khamco erhob abermals ihre ſterbende Stirn, ſo ſtolz, als hätte ſie ein königliches Diadem getragen.
„Weshalb,“ nahm Chainitza zütternd wieder das Wort, indem ſie an die entſetzlichen Worte dachte, welche der Seele ihrer Mutter Angſt und Pein bereiten mußten,„weshalb muß doch der nichtswürdigſte Räuber dem Löwen von Debelen in das Geſicht ſagen können: Ali, Du, Paſcha von Janina; Ali, Du, Weſir von Theſſalien; Du, dem man nur kniend und mit Schrecken naht; Du, der auf ein Zeichen die Völkerſchaften des Nordens nach dem Süden und die des Südens nach dem Nor⸗ den ſendet, wie gemeine Herden; Du, der durch ein Zeichen ganze Wolken von Armatolen und Palikaren abſendet, um Tod, Verwüſtung und Brand in den Schooß der verderblich⸗ ſten Oerter zu bringen; Du, reicher, als ein König; Du, ta⸗ pferer und ſchöner, als der Tapferſte und Schönſte Deiner Hauptleute; Du, der Du mehr als fünfhundert Weiber in Deinem Serail beſitzeſt; Du, deſſen Namen der Sultan mitten in ſeinem verſammelten Divan nur mit Beſorgniß ausſpricht“—
„Sieh Dich vor, ſieh Dich vor!“ flüſterte leiſe Khamco, die Augen glühend auf ihre Tochter gerichtet, und ohne Zweifel den fürchterlichen Sturz ahnend, der dieſem pomphaftem Gemälde Ali's folgen ſollte.
„Weshalb alſo, meine Mutter, muß ein Lapez, ein Räu⸗ ber, ein Radja, um Deinen Sohn und meinen Bruder mit Schmach bedeckt zu ſehen, ihm nur die Worte ſagen dürfen:
„Ali— erinnere Dich an Kardiki!“
Chainitza ſprach dieſe letzten Worte mit donnernder Stimme aus.
Kaum waren ſie über ihre Lippen, als die Züge Khamco's ſich verzerrten, und ihre Augen in einem hölliſchen Feuer blitz⸗ ten; dann fuhr ſie mit ihren abgemagerten Armen gegen die Stirn, als erwache ſie aus einem entſetzlichen Traume, und ballte in krampfter Wuth beide Fäuſte, preßte ſie auf die Augen und ſtieß ein langes Geſchrei aus, indem ſie ſich auf dem Divan umherwälzte.
Chainitza bebte, denn ſie fürchtete, daß dieſe heftige Er⸗ ſchütterung, bei der ohnehin ſchon ſo großen Schwäche ihrer Mutter, den Tod derſelben herbeiführen könnte; aber eben die


