Teil eines Werkes 
42. Band, Die Cucaracha : 2. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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beſchleunigt worden war; ihre langen weißen Haare fielen in zahlreichen Ringeln auf ihre Schultern herab; ihre farbloſe kalte Stirn, glatt wie Marmor und die die Runzeln in eigenthüm⸗ licher Laune verſchont zu haben ſchienen, war hoch, vorſpringend und überragte tiefe Augenhöhlen, in denen zwei große ſchwarze Augen mit dem finſtern Feuer des Fiebers funkelten. Ihre ein⸗ gefallenen Wangen waren bleich, die Lippen aber auffallend roth; ihre abgemagerten Arme blickten aus den weiten Aermeln ihres ſchwarzen Pelzes hervor. In die Betrachtung ihrer Toch⸗ ter verſunken, ſtützte Khameo ihren ſchweren ſchmerzenden Kopf in eine ihrer Hände.

Chainitza, welche, auf albaneſiſche Weiſe gekleidet, ein langes Gewand von blauer Seide trug, und darüber eine Art brauner Turnik, mit Silber und Seide geſtickt, welche um die Taille mit einer Cachemir⸗Schärpe feſtgehalten wurde, ſtand in dem ganzen Glanze ihrer männlichen Schönheit, denn ſie glich ihrer Mutter ſehr; ihre braunen Flechten, welche durch ihren Schlaf in Unordnung gerathen waren, verhüllten ihr Geſicht faſt ganz. Sie ſaß halb liegend zu den Füßen Khameo's, und man konnte in dieſer Stellung die ſchönen Formen ihres Wuchſes erkennen.

„Ali kommt nicht;— ich werde Ali nicht wiederſehen,“ ſagte Khamco mit leiſer Stimme, das Auge ſtarr und glühend vor ſich hingerichtet.

Lange ſaß ſie ſchweigend da.

„Ali kommt nicht,“ ſagte ſie endlich noch ein Mal;„er iſt vor Banagia. Seit den drei Monaten, welche die Belagerung dieſer Stabt währt, hat mein Sohn viele ſeiner Soldaten ver⸗ loren.— Gäbe er ſie jetzt auf, wäre all' das Blut umſonſt ver⸗ goſſen.— Nein, nein, Ali wird nicht kommen!“— wiederholte ſie, indem ſie ſich auf den Divan mit einer verzweiflungsvollen Miene zurückwarf und dadurch Chainitza erweckte; dieſe fuhr ſchnell in die Höh', und indem ſie ſich ermunterte, ſagte ſie:

„Ich ſchlief, glaub' ich, Mutter. Deine Füße, ſind ſie noch immer kalt?“

„Ali kommt nicht,“ erwiederte Khamco traurig.

„Er wird kommen, Mutter.“

„Wie er zögert!— Und ich fuͤhle, wie das Leben in mir erliſcht!— Mein Sohn, mein Sohn!— Meinen Sohn nicht wiederzuſehen!“—