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WVIHI. Die Escorte.
Es war der nächſte Tag nach dem, an welchem Michael ſeinem Vater und ſeiner Mutter ſo grauſam entführt worden war. Das finſtere Schloß von Debelen erhob ſich beinahe ſenk⸗ recht über den Ufern der Voiuſſa. Dieſes Gebäude, welches
zugleich traurig, verſchroben und großartig ausſah, hatte etwas
von einer Feſtung, etwas von einem Gefängniß und etwas von
einem Minaret; wenige ſchmale vergitterte Fenſter waren hier und dort unregelmäßig in die Granitmauer gebrochen und nur eine enge Thüre mit dichtem Eiſengitter bildete den einzigen Eingang in das Innere dieſer feudaliſtiſchen Wohnung, und
zwei Redouten, deren Feuer ſich auf dem einzigen Eingangs⸗ punkte kreuzte, erhoben ſich einige Schritte von der Poterne.
In Ermangelung einer Brücke endlich diente eine Fähre, eine Art groben viereckigen Kaſtens, welche im Fluſſe feſt geankert war, zur Communication mit dem andern Ufer.
Das Unwetter währte noch immer fort; der Regen goß in Strömen herab; die aufgehende Sonne kämpfte mühſam gegen dichte ſchwefelgefüllte Wolken und warf nur einen röthlichen Schein auf den unebenen Gipfel des Maile⸗Dam, welcher ſchwarz und öde gegen die Zone bleichen Lichtes abſtach.
Der Haufe der Gueguen, welcher unter dem Befehle des Bektadji Michael mit ſich führte, befand ſich bald dem Schloſſe gegenüber.
Nach dem ſchnellen Ritte waren die Reiter triefend von Waſſer und mit Koth bedeckt. In kurzer Entfernung hinter ihnen folgten Marco Dukas und ſeine Frau, bleich, entſtellt, mit rothen, brennenden Augen. Vergebens hatten die Solda⸗ ten, ſeitdem ſie das Defilé verlaſſen, den Schritt ihrer Thiere beſchleunigt; vergebens hatten ſie die beiden unglücklichen Berg⸗ bewohner bedroht und ſogar mehrmals nach ihnen geſchoſſen.
Der unglückliche Vater und die wehklagende Mutter hatten die
Spur ihres Kindes nicht aufgeben wollen, und bald durch die Vorſprünge der Felſen verborgen, bald auf den Gipfeln der
Berge der Escorte folgend, waren ſie beinahe zugleich mit den
Albaneſen bei Debelen angelangt.


