Teil eines Werkes 
42. Band, Die Cucaracha : 2. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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geſſend, daß ſie nur Lehnsträger der Pforte waren, ſich beinahe als unumſchränkte Gebieter ihres Paſchaliks betrachteten, ſie führten daher auch fortwährend unter einander Krieg, um ſich gegenſeitig aus ihren Gouvernements zu verjagen; waren ſie dann einmal durch Liſt oder Gewalt der Waffen Herren ihrer Stellung, ſo ſchickten ſie dem Sultan einen ehrfurchtsvollen Firman, in welchem ſie den entſetzten Paſcha oder Bey des Verrathes gegen die hohe Pforte anklagten und zugleich als Lohn ihres Eifers die Hälfte von den Gütern des angeblichen Verräthers in Anſpruch nahmen. Gewöhnlich wurde dieſer Firman dem Divan von Conſtantinopel durch die Anhänger⸗ des uſurpatoriſchen Weſirs vorgelegt, die durch Beſtechung und die treue Ueberlieferung der andern Hälfte an den Sultan faſt immer die Beſtätigung des Paſchaliks erhielten.

Ali handelte nicht anders, um ſich des Sandgiak von Ja⸗ nina zu bemächtigen. Die Schätze des Gouverneurs waren unermeßlich. Nachdem Ali ihn durch die Gewalt der Waffen beſiegt hatte, brachte er dem Geize des Divans von Conſtanti⸗ nopel einen großen Theil davon zum Opfer; der Sultan erhielt drei Millionen, und als Belohnung für die Ermordung des Paſcha von Janina, den Ali als an Rußland verkauft darge⸗ ſtellt hatte, wurde Ali in dem Paſchalik beſtätigt, deſſen er ſich bemächtigt hatte, und überdies noch mit der Aufſicht über die Straßen in Rumelien belohnt.

Dies war die ungehoffte Lage, zu welcher Ali, der Sohn eines unbedeutenden Bey von Toscaria, durch ſeinen Muth, ſeine Verwegenheit, ſeine Liſt, durch ſeine eben ſo gewandte als verrätheriſche Politik, und beſonders, wie er ſelbſt oft ſagte, durch ſein unwandelbares Vertrauen auf ſein Geſtirn gelangt war, ein Vertrauen, welches ihn mit der Gewißheit des Erfol⸗ ges die verwegenſten Unternehmungen beginnen ließ. Sein unbegreiflicher Glaube zu ſich ſelbſt entſprang den unabläſſigen Prophezeihungen ſeiner Mutter, welche ihn zum Mann und Weſir gemacht hatte.

Man wird daher die fürchterliche Angſt begreifen, die Ali von Debelen erfaßte, als er von der Krankheit Khamco's hörte, ſo wie die wilde Ungeduld, mit der er ſich nach Debelen begab, um ſeine ſterbende Mutter zu ſehen.