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dagegen ohne Beſchäftigung geblieben, ganz allein mit meinem Kummer, ſo würde ich mich zu unglücklich gefühlt haben.
Aber ich habe es ſatt, wie eine Elſter zu ſchwatzen, ohne Dir zu ſagen, wie ich die arme Cecilie verloren habe, denn es ſind beinahe zwei Monate her, ſeit ich Dir nicht ſchrieb. Wie ich es Dir in meinem letzten Briefe ſagte, ging es mit der Ge⸗ ſundheit meiner armen Frau immer ſchlechter; woran ſie litt, das war eine große Schwäche, gänzlicher Mangel an Appetit, ein auffallendes Bedürfniß nach Einſamkeit, und beſonders nach Dunkelheit; denn das geringſte etwas grelle Licht verurſachte ihr fürchterliche Nervenübel, ſo daß ſie ſtundenlang in ihrem ſoge⸗ nannten Sprechzimmer ohne Licht in einem Armſtuhle ſaß; alle Vorhänge und die Jalouſien waren heruntergelaſſen, daß es war, um ſich den Hals zu brechen, wenn man hineintrat. Da blieb ſie nun, wie geſagt, ſtundenlang ganz allein ſitzen, den Kopf in die Hand geſtützt; womit ſie ſich die Zeit vertrieb, das mag der Himmel wiſſen. Zuweilen fand ich ſie weinend, aber da der Arzt ſagte, daß ihre Nerven ſehr angegriffen wären, beunruhigte ich mich über ihren Zuſtand nicht ſonderlich; denn da ich mir in Beziehung auf ſie nichts vorzuwerfen hatte, in⸗ dem ich wußte, daß ſie die glücklichſte der Frauen ſei, durfte mich das nicht erſchrecken; nicht wahr, Dumont?
Es ging alſo weder ſchlechter noch beſſer, als ich eines Abends, nachdem ich mit Bercourt und Roubet ein Männer⸗ diner im Rocher du Cancale gehabt hatte, in das Zimmer mei⸗ ner Frau eintreten wollte, um zu Bett zu gehen; denn wie ich Dir ſchon ſagte, lebten wir ganz bürgerlich, trotz der Bitten meiner armen Frau, welche darüber ganz lächerliche Ideen hatte. Denn, unter uns, wenn man ſich verheirathet, ſo ge⸗ ſchieht es doch nicht, um noch ferner allein zu ſchlafen, nicht wahr, Dumont?
An dieſem Abend nun fand ich die Kammerfrau meiner Frau, welche mir ſagte, daß dieſe ſehr leidend ſei, und befohlen hätte, mein Bett in einem andern Zimmer zu machen. Das gefiel mir nicht; ich war etwas erhitzt, und hatte vielleicht Un⸗ recht, aber es verdroß mich; ich wollte hinein, aber die Thür war von innen verſchloſſen; ich ſagte meiner armen Frau, wenn ſie nicht öffne, würde ich die Thür ſprengen; man ant⸗ wortete mir nicht: ich ſchickte meinen Kammerdiener nach einem Holzſchlägel, und mit zwei Schlägen war die ſchöne Thür ge⸗


