Teil eines Werkes 
41. Band, Die Cucaracha : 1. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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Wie ich zu beklagen bin, Dumont! Ich glaubte, mit einem Male Alles abgemacht zu haben, und nun finde ich mich wie⸗ der unverheirathet, wie vor achtzehn Monaten; und noch dazu muß ich jetzt das Ende der Trauerzeit abwarten, welche ſechs Monate oder gar ein ganzes Jahr dauert; nein, ich glaube, man braucht nur ſechs Monate zu trauern. Doch das iſt gleich, denn ſechs Monate ſind ſchon eine lange Zeit, beſonders für mich, der ſich ſo gut daran gewöhnt hatte, ſich um nichts zu bekümmern; denn abgeſehen von ihren Fehlern, ihrer Ziererei, ihrer Schweigſamkeit, ihrer Frömmelei, war meine Verſtorbene ein Engel für die Verwaltung eines großen Hausweſens wie das meinige; und jetzt fällt dieſe langweilige Laſt wieder auf mich zurück.

Ach mein Gott, wie peinlich es doch iſt, Wittwer zu ſein! Das iſt aber die Schuld des albernen Notars, der mir über die vortreffliche Geſundheit meiner Frau eine Menge Lügen aufheftete. Weshalb habe ich denn nicht auf meine Ahnungen geachtet, welche mir ſagten, daß Cecilie für mich zu zart ſei; nein, da mußte ich dem Eſel von Notar trauen; was küm⸗ mert das denn auch dergleichen Leute? Sie wollen weiter nichts, als den Contract machen, und meiner Treu, ſie würden uns an Sterbende verheirathen, nur um das Vergnügen zu haben, am nächſten Tage von vorn anzufangen.

Nein, Du kannſt Dir keinen Begriff davon machen, wie traurig ich bin, Dumont, und doch habe ich einen kräftigen Entſchluß gefaßt. Zum Teufel, habe ich zu mir ſelbſt ge⸗ ſagt, man muß ein Mann ſein, und ſich zu faſſen wiſſen, be⸗ ſonders wenn keine Hülfe mehr iſt, nicht wahr, Dumont? Denn wenn ich nun auch ſeufzen, klagen, verzweifeln wollte, ſo würde das meine Verſtorbene nicht wieder in das Leben rufen; alle Thränen der ganzen Welt machten ſie nicht wieder lebendig, denn ſie iſt todt, ganz todt! Das würde alſo nur noch meinen Kummer vergrößern, mich noch trauriger ſtimmen, und wozu das? Was nützte es mir? Nur, mich nutzlos zu bekümmern, ohne zu rechnen, daß die Anſtalten zur Beerdigung mich ſchon nicht zu heiter geſtimmt haben; und dennoch beküm⸗ merte ich mich um das Alles nur, um mich in den erſten Ta⸗ gen etwas zu zerſtreuen; denn, ſiehſt Du, Dumont, mit den häßlichen Leichenbeſorgern und Todtengräbern ſeine Geſchäfte beſprechen zu müſſen, das beſchäftigt den Schmerz; wäre ich