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Sie wollten ein anderes in Touraine haben, ſo würde er Sie vollkommen verſtehen, und nur Eines beklagen, daß er näm⸗ lich Ihren Wunſch nicht vorausgeſehen hätte.
Noch ein Mal: Nicht verſtanden werden, iſt nur eine Romanäußerung, eine Chimäre, ein Vorwand zur Verzweif⸗ lung, und nichts anderes. Sie beklagen ſich, daß Ihr Mann Sie in Gegenwart Ihrer Leute Du nennt; ohne Zweifel man⸗ gelt es ihm an Lebensart, aber, meine liebe Freundin, die Männer ſind nicht vollkommen, und meiner Meinung nach iſt es beſſer, einen Mann wie den Ihrigen zu haben, der gut, treu, aufmerkſam iſt, wenn er auch, wie ich zugeben will, ein etwas gemeines Weſen hat, als einen Modemann, liebens⸗ würdig, voll Tact und Feinheit, der Sie aber mit dem größten Anſtande, mit aller möglichen Anmuth zur unglücklichſten Frau von der Welt machte.
Wiſſen Sie, meine theure Freundin, daß Sie ſich unſerer Mädchenjahre zu ſehr erinnern? Mein Gott, Sie wiſſen, daß ich die Spaziergänge am Golf, die Abendträumereien, den Mondſchein eben ſo ſehr liebte, wie Sie; aber dazu gehört das Alter, wenn Seele und Geiſt noch nicht von ernſteren Sorgen in Anſpruch genommen werden, denn was beweiſt im Grunde all jene Poeſie für das wirkliche Glück? Das iſt ein Traum, und jeder Traum hat ſein Erwachen. Weshalb nun träumen, wenn man es entbehren fann? Das poſitive Leben hat ſeine Reize, und das begreife ich beſonders ſeit meiner Verheirathung; das Geheimniß beſteht nur darin, zu wiſſen, wie man glück⸗ lich wird, oder vielmehr: glücklich ſein zu wollen. Ahmen Sie alſo mir nach, liebe Thörin; ich habe mich glücklich ge⸗ macht, ſehr glücklich, weil ich mein Glück in das ſetzen wollte, worin es wirklich beſteht, nämlich in meine häuslichen Sorgen, meine Wirthſchaft, die Zuneigung meines Mannes, der mich eben ſo liebt, wie ich ihn.
Aber vor allen Dingen müſſen Sie Ihre zweckloſen Träu⸗ mereien ablegen. Dann werden Ihre religiöſen Pflichten, Ihre Pflichten als Frau, und einſt Ihre Pflichten als Mutter Ihnen genügen, und Sie werden ſich nicht mehr über die unbegrün⸗ deten Leiden zu beklagen haben, welche Sie ermüden, und Sie eben ſo wie die Ihrigen quälen.
Sie werden mih ſtrenge finden, mein liebes Kind, aber Sie verdienen es auch. Bisher hatte ich Ihre Briefe immer


