Teil eines Werkes 
41. Band, Die Cucaracha : 1. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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hielten mein Glück für gewiß, weil ich meinem Mann überlegen ſei und ihm daher, wie Sie ſagten, meine Neigungen und meine Lebensweiſe zu eigen machen könnte.

Aber darin haben Sie ſich getäuſcht, meine Freundin. Es giebt Naturen, die man nicht umwandelt, nicht einmal ändert. Ich werde daher mein Geſchick bis an das Ende ertragen; da⸗ bei wird mich der Gedanke tröſten, daß ich dem Looſe, welches mich bedrückt, nicht Recht gab, indem ich mich des Namens meines Vaters unwürdig machte oder meine Pflichten, wie tödtend ſie auch ſein mögen, verletzte.

Ja, tödtend iſt das richtige Wort, Clara, es iſt zum Glück das richtige, denn Sie würden die Cecilie nicht mehr er⸗ kennen, der Sie mit eben ſo viel Herz als Geiſt ſchmeichelten, daß ſie an Ihre Schmeicheleien glaubte; meine Geſundheit iſt ſo ſchlecht geworden, daß ich beinahe gar nicht mehr ausgehe. Ach, mit welcher Sehnſucht erwarte ich den Herbſt! Aber vielleicht iſt es nicht einmal wahr, was man von dem Fall des Herbſtlaubes ſagt!

Leben Sie wohl, meine einzige Freundin; laſſen Sie mich nicht zu lange ohne Antwort und antworten Sie mir ſtets, wie ich Ihnen ſchreibe: In engliſcher Sprache. Sie errathen wohl, weshalb.

Hören Sie, Clara, obgleich ich ſehr wenig beſitze, will ich doch ein Teſtament machen; das iſt eine Kinderei, aber Alles, was das Sprechzimmer meiner Mutter ſchmückte, habe ich mir bewahrt, ausgenommen das Schreibzeug; ich möchte, daß Sie das als ein Andenken an mich betrachteten.

Mein Gott, wie ſchwach ich bin, und wie ich glühe! Ich habe mir einen Spiegel geben laſſen. Anfangs erſchrak ich, dann aber, ach, dann war es eine Freude, eine himm⸗ ſche Freude: denn Sie wiſſen, wer meiner im Himmel wartet.

Nochmals Lebewohl, meine Freundin, denn ich fühle meine Thränen rinnen und muß dieſen Brief ſchließen; laſſen Sie mich nicht zu lange ohne Antwort. Tauſend freundliche Grüße an Ihre Lieben; umarmen Sie Ihr Engelskind in meinem Namen, und falten Sie ſeine kleinen Händchen für mich.

Nochmals Lebewohl.

Cecilie von N.

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