Teil eines Werkes 
41. Band, Die Cucaracha : 1. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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ſtündlich herabwürdigen zu hören, heißt das dulden? Sagen Sie!

Ach ja, das heißt dulden, ohne es irgend einer andern Seele zu ſagen als Ihnen; Sie aber verſtehen mich, nicht wahr? Denn jetzt, da Sie alle meine Schmerzen kennen, wer⸗ den Sie mich gewiß beklagen, davon bin ich überzeugt; und es wird meinen Kummer lindern, wenigſtens mit Ihnen weinen zu können. Denn habe ich in den Augen aller Andern das Recht, zu leiden? Worüber könnte ich mich beklagen? Bin ich nicht reich, jung? Iſt mein Mann nicht gut, treu, ſein Wandel vorwurfsfrei? Und dann ſehen Sie, welch ein Lurus, welche Pracht, welcher Glanz mich umgiebt! Deshalb ſagt auch die Welt: Wie glücklich ſie iſt! Die Welt, dieſer kalte Egviſt, der uns glücklich macht, um uns nicht beklagen zu müſſen, der ſtets nur bei der Oberfläche ſtehen bleibt, weil ſelbſt die Un⸗ glücklichſten ſtets noch eine Blume haben, ihr Elend den Augen dieſes undankbaren und unerſättlichen Tyrannen zu verbergen.

Und die Forſcher, Clara, die Philoſophen, die Ergründer des menſchlichen Herzens, würden meinen Schmerzen mit ſorg⸗ loſer Geringſchätzung antworten:Sie leiden? Ei, die Ur⸗ ſache Ihrer Leiden iſt ganz einfach; das kömmt daher, weil Sie jeden Wunſch, jede Laune befriedigen können, mit einem Worte, weil Sie zu glücklich ſind!

Zu glücklich! Meine Freundin, zu glücklich!

Und dann ſagte ich vor dieſer verhängnißvollen Heirath zu mir ſelbſt: Wenigſtens wird mir die Einſamkeit geſtattet ſein und ich werde ſo ziemlich mein früheres Leben erneuern; wenn ich der trüben, farbloſen Exiſtenz, die mich umgiebt, nur wenige Stunden entziehen kann, werde ich Gott dafür danken. Aber nein; will ich leſen, will ich in den Künſten ein augenblickliches Vergeſſen meiner Leiden ſuchen, ſo entreißt irgend eine dumme oder ärgerliche Bemerkung mich meiner Extaſe; denn er iſt be⸗ ſtändig da, ohne alle Unterbrechung; denn dieſer Menſch liebt mich, wie er lieben kann, und durch ſeine beſtändige, aufmerk⸗ ſame, bedrückende Gegenwart glaubt er mir dieſe Liebe zu be⸗ weiſen. Wenn ich leide, iſt er da, um mich zu fragen, was mir fehltz ſage ich, daß ich nicht mehr leide, ſo iſt er wieder da, um mich zu zerſtreuen. Und dann iſt er da, weil er das Recht dazu hat, weil es ſeine Pflicht als rechtlicher

Gatte iſt, da zu ſein. Denn er iſt ein redlicher Mann und auf

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