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gen die Zukunft durch Vorherverkündigungen ſichern zu wollen, als ob der Zufall etwas gegen die Zukunft auszurichten ver⸗ möchte!
Sie ſehen wohl, daß unſere jugendliche Einbildungskraft damals nicht reich, nicht fruchtbar, nicht lebendig genug war, um den Plänen des Glückes zu genügen, die wir entwarfen. Was für glänzende Träume improviſirten wir; wie weit wir uns aber auch dadurch fortreißen laſſen mochten, bezogen unſere Ideen ſich doch ſtets mit auf die Exiſtenz unſerer Eltern. Wir glichen den jungen Vögeln, die unter Laubwerk und Blumen ihre wachſenden Flügel verſuchen, ohne aber deshalb je das väterliche Neſt aus dem Blicke zu laſſen.
Was iſt mir nun von allen dieſen leuchtenden Viſionen geworden? Ich habe alle Die verloren, durch welche mein Leben einen Zweck hatte; ich ſtehe allein, ach,— allein,— entſetzlich allein!— Und kaum ſind ſeit jener Zeit, in welcher die Zukunft uns ſo ſchön erſchien, zwei Jahre verfloſſen!
Aber Sie verzeihen es mir, liebe Clara, nicht wahr, daß ich ſo viel von meinem Unglücke und ſo wenig von Ihrem Glücke ſpreche? Denn Sie ſind ja ſo glücklich, Sie werden von Allem, was Sie umgiebt, ſo geliebt und geſchätzt! Sie wußten das Glück durch hohen, ernſten Verſtand zu finden, Sie fühlen ſich in einem angebeteten Kinde neu erſtehen;— Ihnen ward die Hoffnung zur Wirklichkeit.
Wiſſen Sie wohl, daß das Uuglück die Seele häßlich macht? Wiſſen Sie wohl, daß es Augenblicke giebt, in denen ich Sie mit Bitterkeit beneide, in denen ich Sie beinahe mit der ganzen Kraft Ihres Glückes haſſe?
Doch Verzeihung, Verzeihung, meine Freundin; ach, ich bin ja ſo ſehr unglücklich! Denn ich muß Ihnen endlich meine ganze Seele aufſchließen, überzeugt, daß Sie dann Mitleid mit Ihrer armen Thörin haben werden, wie Sie mich nennen.
Was ich leide, überſteigt alle Beſchreibung; Sie können ſich keine Borſtellung von der fürchterlichen Marter machen, die mir auferlegt iſt; Sie werden nie erfahren, was es heißt, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, mit einem Weſen leben zu müſſen, das uns eine furchtbare Antipathie einflößt, deſſen Gegenwart uns verdrießt oder bedruͤckt, und das ohne Mitleid iſt, weil es nicht weiß, weil es nicht wiſſen, nicht einmal be⸗


