es bekömmt mir ſo gut, daß ich für Zweie zunehme, und habe ich etwas zu viel, ſo iſt es Geſundheit.
Meine Frau hat ihren alten Onkel verloren; unter uns, ich bin darüber nicht böſe, denn er guälte mich beſtändig mit Fragen, weshalb ſeine Nichte ſo traurig ſei, wie eine Nacht⸗ mütze? Wußte ich davon etwas? Und was fehlt ihr denn in der That, um glücklich zu ſein? Eaquipage, Hötel in Paris, Diamanten, Loge in der großen und in der komiſchen Oper, ſchöne Landgüter, vortreffliche Tafel,— Alles hat ſie, deshalb bin ich auch vollkommen ruhig. Mein Gewiſſen iſt zufrieden⸗ geſtellt, denn ich verſaͤume nichts, um ſie glücklich zu machen, und ſie verdient es auch, mein lieber Dumont, denn ſie führt mein Hausweſen ſehr gut. Ich fürchte nicht mehr ſo, wie vor meiner Hochzeit, von meinem Haushofmeiſter beſtohlen zu werden, denn ſie ſorgt für Alles, und ich bekümmere mich um nichts mehr; ich ſchlafe auf beiden Ohren, wie das Sprichwort ſagt; ich werde lecker, wie ein Truthahn, und rund wie eine Tonne; ich habe ſchon einen ordentlichen Bauch, aber das iſt mir gleichguͤltig, denn ich habe, wie Du weißt, nie etwas dar⸗ auf gegeben, ein Seladon zu ſein, noch weniger alſo thue ich dies jetzt, wo ich verheirathet bin.
Und ich bin in der That nicht böſe darüber, daß ich es bin. Daß ich es bin!— Höre, Spaßvogel Dumont, keinen Doppelſinn;— verheirathet zu ſein, meine ich, denn meine Frau iſt ein Engel. Uebrigens fürchtete ich, da ſie von Adel wäre, möchte ſie ſtolz ſein. Nun gut, keinesweges, im Gegen⸗ theil, denn ich habe ſie nie daran gewöhnen können, mich Du zu nennen, während ich ſie ſchon ſeit dem erſten Tage unſerer Verheirathung dutze.
Zu Anfang unſerer Ehe ſahen wir wenig Geſellſchaft. Einige Bekannte ihrer Famile beſuchten ſie; allmählig aber ſind die ausgeblieben, und ich habe bei mir ſo wie anderwärts nur noch meine Geſellſchaft geſehen; meine Frau beſucht faſt gar keine Geſellſchaft, und, unter uns, ich begreife ihre Abnei⸗ gung, denn meinen Bekannten iſt ſie linkiſch, nicht hübſch und etwas dumm vorgekommen. Unter uns, Dumont, ein Ehe⸗ mann kann wohl über ſeine Frau urtheilen, nun, ich halte ſie nicht für ſehr ſtark, wie man ſagt; übrigens iſt es ja auch nicht aller Welt gegeben, Geiſt zu haben, nicht wahr, Dumont?
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