118
Wenn die flüchtige Schilderung dieſer beiden Charaktere von denſelben einen Begriff gegeben hat, ſo wird man auch einſehen, ob es eine ſchrecklichere Lage geben kann, als die Ce⸗ ciliens von Elmont, als ſie ſich in ihrem geräumigen Hötel allein ſah.
Und was mangelte gleichwohl in den Augen der Ver⸗ nünftigen zu ihrem Glücke?
IV.
Noirville, der 13. April 18**.
Herr von Noirville, an den Advokaten Herrn Dumont.
„Ich danke Dir aufrichtig, mein lieber Dumont, für den Rath der Expropriation, den Du mir ertheilſt, denn ließe man dieſe Kanaillen gewähren, ſo würden die Pachthöfe bald die Gräber unſeres Geldes ſein. Ohne eben geizig zu ſein, halte ich doch auf das, was ich habe, denn hätte ich nichts mehr, ſo würde Niemand mir etwas geben.
Ich danke Dir auch für das überſchickte Modell eines Pa⸗ ſtetenofens; mein Koch iſt davon entzückt, und folglich ich auch. — Noch ſage ich Dir meinen Dank für die Berathung rück⸗ ſichtlich meiner Frau; ſeit den ſechs Monaten, ſeit denen ich in das conjungo geſchleudert bin, wie man ſagt, iſt es das ſiebente oder achte, und höchſt wahrſcheinlich noch nicht das letzte Mal, daß ich zu den Aerzten meine Zuflucht nehmen muß. Die Geſundheit meiner Frau beſſert ſich durchaus nicht, im Gegentheil, und Niemand begreift etwas von ihrem Zu⸗ ſtande; ſie muß an einem Familienübel, ſo etwas wie eine Bruſtkrankheit, leiden, denn ſie wird ſichtlich magerer, was für mich eben nicht angenehm iſt, denn ſie war ohnehin ſchon nicht zu fett. Ich thue daher auch, was ich nur kann, um ſie zu bewegen, Fleiſch und Paſtetenwerk zu eſſen, damit ſie Körper bekömmt, aber umſonſt. Ich, ich eſſe noch immer tüchtig, und


