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müßte, um das reiche Hötel zu bewohnen, welches Herr von Noirville in der rue de Londres gekauft hatte. Denn eine von den Gewohnheiten dieſer Art Menſchen iſt, ihre Wohnung mit entſetzlicher Leichtigkeit zu wechſeln; was haben ſie denn auch, das ſie an die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft knüpfen kann?
Als Herr von Noirville aus der Kirche zurückkehrte, zeigte er ſeiner Frau ſeinen ganzen, groben Lurus, den ſie nur ſehr wenig bewunderte. In ihrem Boudvir, wie er es nannte, fand ſie ein goldenes, über und über mit Steinen beſetztes Schreibzeug.
Indem Herr von Noirville ihr dies mit einer höchſt zu⸗ friedenen Miene zeigte, ſagte er zu Cecilien:
„Ich hoffe, daß das etwas beſſer iſt, als das alterthuͤm⸗ liche Ding, welches ich bei Dir geſehen habe.“
„Ich verſtehe Sie nicht, mein Herr,“ ſagte Cecilie, durch das unerwartete Du in hohem Grade verletzt.
„Meiner Treu, das iſt doch ſehr leicht zu verſtehen. Ich ſage Dir, daß ich die alte Maſchine, die Du hierher geſchickt hatteſt, durch das elegante Schreibzeug erſetzt habe.“
„Mein Gott, was haben Sie mit meinem Schreibzeug angefangen?“ rief Cecilie, von unbeſchreiblicher Angſt bedrückt.
„Wahrhaftig, davon weiß ich nichts; meinem Kammer⸗ diener fallen alle dieſe alten Geſchichten zu.“
„Ach, mein Herr,“ rief Cecilie weinend,„es war das Schreibzeug meiner verſtorbenen Mutter.“
„Tröſte Dich, denn Du haſt noch nicht Alles geſehen,“ entgegnete ihr Gatte mit freundlichem Lächeln, und öffnete den Schreibtiſch.
„Da liegen 20,000 Fr.: Das iſt Dein Nadelgeld; Du ſiehſt, theure Freundin, daß ich meine Sache gut mache.“
„Um des Himmels willen, mein Herr,“ rief Cecilie, ohne ihm zu antworten,„ſchaffen Sie mir um jeden Preis das alte Schreibzeug meiner Mutter wieder.“
Herr von Noirville hielt dieſen Wunſch für eine Mäd⸗ chenlaune, und that alles Mögliche, das Schreibzeug wiederzu⸗ bekommen, aber vergebens, denn der Kammerdiener hatte es ſchon an einen Trödler verkauft, und dieſer war nicht aus⸗ findig zu machen.
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