25
treibt viele Frauen in die Atme, die ſich verlangend ihnen ent⸗ gegenſtrecken, ſondern— ſondern— ich weiß nicht was— die Lectüre eines Romans, der Müßiggang, die Einſamkeit, die Langeweile, eine ſchöne Haltung zu Pferde, und um die Augen, die ſie doch einmal haben, zu zärtlichen Blicken zu benutzen, zu ſüßen Blicken, die wiederum nutzlos ſein würden, wenn ſie nicht auch ſagen könnten: ich liebe Dich! Und Alle wiſſen, daß ſie nie ſchöner ſind, als in ſolchen Augenblicken. Ferner werden dieſe ſchönen Engel, die unglücklicherweiſe etwas gefallen ſind, durch eine Schmeichelei und noch mehr durch die Kälte ver⸗ führt, die man gegen ſie äußert.— Sie fallen ferner, weil ſie ihren Freundinnen nicht nachſtehen wollen,— indem ſie durch einen Rauſch, durch einen Walzer, aus Furcht, ſich lächerlich zu machen, noch einmal, ich weiß es nicht, was ſie verleitet, es iſt oft weniger als nichts, weniger als ein Traum. Ihr erſter Liebestraum iſt immer ſo ſchön, ſo wonnevoll!
Wie ſoll auch eine gewaltige, ſchrankenloſe Leidenſchaft aus den zierlichen, niedlichen, beflitterten Gefühlen hervorgehen, welche den Balllleidern gleichen, die ihre vergängliche glänzende Friſche auch nur einen Tag behalten? Um einer ſolchen Liebe willen verläßt man weder den Vater, noch den Mann, noch die Welt. Dieſe Liebe iſt ſo wenig läſtig, ſo verſchwiegen, ſo be⸗ quem, ſie nimmt einen ſo kleinen, kleinen Raum ein, daß nur ein großer Neid, oder große Thorheit ihr entgegentreten könnte.
So war die Liebe Georgs und Hortenſens, und man wird nach dieſer topographiſchen Angabe des Gemüthszuſtandes unſerer Liebenden recht wohl einſehen, daß es Crao, der ver⸗ wünſchte Crao, für unmöglich halten mußte, die ſo ſorgſam ge⸗ flochtenen Fäden zu zerreißen, welche zwei ſo wohl verſtandene Leben aneinander banden.
Auch verbrachte der boshafte Buckelige in ſeiner Dachſtube die gräßlichſte Nacht, welche ſich denken läßt, und am andern Morgen fürchtete er ſich vor ſich ſelbſt, ſo häßlich kam er ſich vor.
„


