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ſicht, Ihr unglaubliches Vertrauen zu ſich ſelbſt mußten mir unſinnig erſcheinen, doch das war nicht der Fall. Ich habe oft einen ſehr richtigen Inſtinkt in Beziehung auf Situationen und Cha⸗ raktere; ich glaubte Ihnen daher auch und brach die brabſichtigte Heirath ab. Sechs Wochen nach unſerer erſten Unterredung waren wir verheirathet.
— Nun gut, meine theure Joſepha, haben Sie Unrecht gehabt, mir zu glauben? Sind Sie nicht Gräfin, Frau des Geſchäftsträgers am Hofe von Baden, und ſo geachtet, daß eben heute Seine Königliche Hoheit, der Kronprinz von P*** bei Ihnen ſpeiſen wird? Glauben Sie, offen geſprochen, daß Ihr Dummkopf von Ville⸗ mur Ihnen eine ſolche Stellung angewieſen ha⸗ ben würde? Gehe ich nicht außerdem ſo ſparſam mit unſerm Vermögen um, daß wir weit entfernt ſind, unſere Intereſſen zu verzehren, obgleich wir das beſte Haus in Baden machen? Wahrlich, meine Liebe, dieſe Berufung auf die Zukunft, de⸗ ren Zweck ich noch nicht einſehe, ſollte wenigſtens die Runzeln aus Ihrem Geſichte verbannen, denn ſie beweiſt Ihnen, daß ich alle meine Verſprechun⸗ gen gewiſſenhaft erfüllt habe. Ich bin daher auch ſehr überraſcht durch dieſen ſonderbaren Empfang, der für mich ſo neu iſt.
— Nicht minder neu, nicht minder über⸗ raſchend iſt es für mich, mein Herr, daß ich mich
Die Prophezeihung. VI. 2


