Concilium; laſſen Sie vor demſelben die ſchaam⸗ loſe Frau, von der ſie ſprechen, erſcheinen, und ich zweifle nicht, daß ſie ſich ehrfurchtsvoll vor dem Ausſpruche dieſes Tribunales von ſo hoher Mo⸗ ralität, ſo reizbarer Schaamhaftigkeit beugen wird.—
— Sie wagen es, ſo zu mir zu ſprechen, Madame?— rief der Prinz wüthend aus.— Vergeſſen Sie, daß ich Ihr Vater bin?—
— Dieſe Frage, mein Herr, iſt zu zarter Art,— entgegnete ich.— Erlauben Sie mir, darauf nicht zu antworten.—
Und ich verließ den Prinzen außer ſich. Wäre dieſer Menſch mein Vater geweſen, ſo würde ich eine ganz andere Sprache geführt haben, aber ich weiß ſo ſicher, um nicht daran zweifeln zu können, daß ich die Tochter des Herrn von Saint⸗ Merry bin. Dieſer unverſchämte Contraſt des Cynismus der Handlung und der Prüderie der Sprache, dieſe alten Ehebrecher, die ſich mit geſenkten Augen, und fromm das Zeichen des Kreuzes machend, das Weihwaſſer reichen, em⸗ pörten mich daher auch ſchon ſeit längerer Zeit, und ich weiß es Ihnen Dank, mein theurer Ana⸗ tole, daß Sie mir die Gelegenheit geboten haben, mit dieſen lächerlichen Heucheleien, die das Herz
mit Ekel erfüllen, zu Ende zu kommen.
Bei dem Eſſen erſchien der Prinznicht; er


