Frau rühmen; ich ſagte mir doch: Er verbirgt mir ſeinen Verdacht, um mich nicht zu beunruhi⸗ gen, doch mein Unrecht war ganz gewiß, meine Frau bisher nicht genug zu überwachen, zu viel Vertrauen zu ihr zu haben. Von dieſem Augen⸗ blick an hat die Eiferſucht meinen ganzen Charac⸗ ter verwandelt; ſtatt wie ehedem ſanft und gut gegen Marie zu ſein, habe ich mich nach und nach hart, mürriſch, mißtrauiſch gegen ſie gezeigt; ich hatte weder den Muth, meine Eifer⸗ ſucht zu geſtehen, noch den, nicht auf Marie ei⸗ ferſüchtig zu ſein. Und gleichwohl erduldete ſie mit der Sanftmuth eines Engels meine Ungerech⸗ tigkeit, meine Härte, die ſie nicht begriff. Ich ſah ſie immer trauriger werden, und oft überraſchte ich ſie, wie ſie unter Thränen ihre kleine Tochter umarmte. Da ſagte ſie mir mit einem Lächeln, welches mir das Herz zerriß, weil es dem einer Wahnſinnigen glich: Die Zauberin hatte vielleicht nicht Unrecht, mir entſetzliche Unglücksfälle zu prophezeihen; ich weiß nicht, wie ſie mir zuſtoßen werden, aber ſchon beginnen ſie.
— Die arme Frau! Doch wie haſt Du, Jo⸗ ſeph, mit Deinem guten Herzen, Deinem geſun⸗ den Verſtande, dieſe unſinnige Eiferſucht nicht zu beſiegen vermocht? — Hieronimus, bei der Eiferſucht urtheilt man nicht!— Endlich ſagte Marie eines Tages


