ruhigung! entgegnete Diana mit verdoppeltem Hochmuth. Glauben Sie denn, mein Herr, daß ich Sie einer ſolchen Unverſchämtheit für fähig gehalten?— Ja, gnädige Frau, das glaub' ich. — Mein Herr!..— Sonſt, gnädige Frau, würden Sie mir nicht befehlen, dies Haus zu ver⸗ laſſen.— Dies iſt eine Dreiſtigkeit...— Nicht doch, gnädige Frau, es iſt ein einfacher Vernunft⸗ ſchluß. Sie haben ſterbliche Langeweile; keiner der Männer, welcher Sie umgiebt und aufſucht, gefällt Ihnen; Sie haben aber das dunkele Be⸗ dürfniß der Liebe; Ihr Stolz iſt Ihre Tugend; alles dies hab' ich bei Gelegenheit unſeres Ge⸗ ſpräches von neulich Nacht errathen. Nun iſt es ſehr natürlich, daß Sie, indem Sie mir ein we⸗ niger lebhaftes Bewußtſein meiner Niedrigkeit zu⸗
trauen, als ich wirklich beſitze, mich für fähig halten, meine Augen bis zu Ihnen zu erheben, und daß ich einfältig und kurzſichtig genug ſei, auf Ihre Vereinſamung, Ihre Langeweile und ſelbſt meine Stellung im Hauſe, welche die Be⸗ quemlichkeit und Sicherheit eines ſolchen Verhält⸗ niſſes im gleichen Maße unterſtützen würde, mit zurechnen; der bloße Gedanke einer ſolchen Fre heit meinerſeits empört Sie, gnädige Frau, und um dieſe läſtige Beſorgniß loszuwerden, befehlen Sie mir, das Haus zu verlaſſen. Ich wiederhol Ihnen aber, gnädige Frau, ich beſchwöre Sie,


