Teil eines Werkes 
259. Theil, Die Prophezeihung : 2. Bändchen (1851) La bonne aventure
Entstehung
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zehn Jahre lang angebetet hat.— Das iſt un⸗ möglich.— Aber, mein Herr!— Sagen Sie mir, gnävige Frau, daß Bequemlichkeit, gewiſſe gegenſeitige Rückſichten und andere, oft ſchimpf⸗ liche Gründe zwei Liebende zuweilen veranlaſſen können, ſich ſo lange Zeit zu ertragen. Ich will es zugeben; der Liebhaber iſt aber der Geliebten hundertmal untreu geworden, ſie hat ſein Beiſpiel oft nachgeahmt, und alle beide ſind in das einfäl⸗ tigſte, lächerlichſte Verhältniß gerathen, das es geben kann: ich meine jene alten ehebrecheriſchen Verhältniſſe, welche man häufig in Ihren Kreiſen findet, die ſich von Feſt zu Feſt ehemäßig hin⸗ ſchleppen; jene verwelkten überjährigen Liebesver⸗ hältnifſe, welche die Rückſichten und die Treue zur Schau tragen, die man von Ehen verlangt; jene Liebesverhältniſſe, die ſo frech zur Schau getragen werden, ſo wenig das Tageslicht ſcheuen, daß jede einigermaßen gaſtliche Wirthin niemals den Liebhaber bittet, ohne zugleich die Geliebte einzu⸗ laden. Die Unglückſeligen! die Thörichten! ge⸗ ben ſo auf, was dieſen Verhältniſſen vielleicht noch den größten Reiz giebt: das Geheimniß!— Wie! Sie ehren das Geheimniß, mein Herr? Das iſt ſonderbar.— Weshalb, gnädige Frau? — Iſt das nicht ein Widerſpruch mit der entſetz⸗ lichen Ungebundenheit der Sitten, welche Sie predigen?— Sie irten, gnädige Frau; ich predige