die gebildeten, die einfältigen wie die geiſtreichen, die häßlichen wie die hübſchen, dem Kartenorakel vorlegen. Gar wenige befragen die Zukunft aus habſüchtigen Hoffnungen oder aus ehrgeizigen Abſichten.
Heutzutage, nachdem die außerordentlichſten Weiſſagungen in Erfuͤllung gegangen ſind, zwei⸗ felt Niemand mehr daran. Daß gegentheils an⸗ dere und, die Wahrheit zu geſtehn, die bei Wei⸗ tem größere Anzahl von jeher eitle, grobe Betrü⸗ gereien geweſen ſind, wird ebenſowenig in Zwei⸗ fel gezogen. Wenn aber Weiſſagungen aufs Haar eintreffen! Iſt das Zufall, Gaukelei oder Vorherſehung? Man weiß es nicht. Haben nicht einige Erſcheinungen des Hellſehns eine ſo unbe⸗ dingte Beſtätigung empfangen, daß es eben ſo ungereimt erſcheint, ſie bezweifeln als ſie erklären zu wollen!
Es war um die Mitte des Jahres 1841, als Madame Grosmanche nach längerer Unſicht⸗ barkeit ihre Thür alten und neuen Kunden wieder geöffnet hatte; ſie gab ihre Audienzen immer nur Nachts. Und zwar aus folgendem Grunde: Ihre Wohnung beſtand aus einem Eintrittszimmer, einem zweiten Gemach, welches zum Empfangs⸗ zimmer diente, und ihrem Schlafgemach, in wel⸗ chem ſie ihre Beſcheide ertheilte. Die drei Ge⸗ mächer lagen hinter einander. Da nun Lute,


