— feuer ganz heiß, und es wird ihr wohlthun, Abends abgekuͤhlt zu werden. Bin ich ungehorſam, Mut⸗ terchen? Schelte mich, wenn Du es uͤber's Herz bringen kannſt.. Na?“
Statt aller Antwort nahm Franzisca den Kopf ihres Sohnes, den von Offenheit, Verſtand und Entſchloſſenheit ſo ſchoͤnen Kopf, zwiſchen ihre Haͤnde, betrachtete ihn einen Augenblick mit muͤt⸗ terlichem Stolze und kuͤßte ihn wiederholt auf die Stirn. 3
„Setze Dich nun,“ ſagte ſie;„Du ſtehſt den ganzen Tag vor Deiner Schmiedeeſſe, und es iſt ſchon ſpaͤt.“
„Dein Stuhl? Da wird unſer allabendlicher Streit wieder anfangen. Nimm den Stuhl weg; ich ſitze auf einem andern eben ſo gut.“
„Nein, nein.. Daß Du nach ſo harter Arbeit Abends ausruheſt, iſt doch das Wenigſte.“
„Welche Tyrannei, Hoͤckchen!“ rief Agricol la⸗ chend aus, indem er ſich ſetzte.„Wahr aber muß es ſein, es ſitzt ſich praͤchtig auf Deinem Stuhle.. Seit ich mir auf dem Throne in den Tuilerien 1830 etwas zu Gute gethan, habe ich in meinem Leben nicht weicher geſeſſen.“
Franzisca Baudoin, die an dem Tiſche ſtand, ſchnitt ein Stuͤck Brod fuͤr ihren Sohn ab; an der andern Seite nahm Hoͤckchen die Flaſche und ſchenkte ihm den ſilbernen Becher voll. In dieſer aufmerkſamen Sorge der beiden vortrefflichen We⸗


