Teil eines Werkes 
176. Theil, Der ewige Jude : 5. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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ſein wurden, weil ſie die bedrängte Lage Franziscas und Agricols kannte und weil ſie ſich in ihrer na⸗ tuͤrlichen Empfindlichkeit verletzt gefuͤhlt haben wuͤrde, welche durch zahlloſe Demuͤthigungen und Ver⸗ druͤßlichkeiten noch gereizt worden war.

Ihr mißgeſtalteter Koͤrper enthielt ſeltener Weiſe eine liebende edele Seele und einen gebildeten, bis zur Poeſie gebildeten Geiſt, was ſie wohl zum Theil dem Beiſpiele Agricols verdankte, mit dem Hoͤck⸗ chen aufgewachſen war und bei dem der poetiſche Inſtinet ſich von ſelbſt entwickelt hatte.

Das arme Maͤdchen war die erſte Vertrauete der literariſchen Verſuche des jungen Schmieds geweſen, und wenn er ihr erzaͤhlte, welchen Reiz, welche außerordentliche Erquſckung er nach harter Tagesarbeit in dem poetiſchen Sinnen finde, fuhlte auch die Naͤherin, die vortreffliche Geiſtesanlagen beſaß, welche Unterſtuͤtzung ihr, die immer ſo allein und verachtet war, dieſe Unterhaltung gewaͤhren könne.

Eines Tages, als Agricol ihr ein Gedicht vor⸗ geleſen hatte, erroͤthete das arme Hoͤckchen zu ſei⸗ nem großen Erſtaunen, ſtotterte, laͤchelte ſchuchtern und vertrauete ihm endlich auch ihre poetiſchen Geheimniſſe an.

Es fehlte den Verſen vielleicht an Rhythmus und an Wohllaut, aber ſie waren einfach und rͤhrend wie eine Klage ohne Bitterkeit, die dem Herzen eines Freundes anvertraut wird. Seit