oder Laͤrm⸗Königin genannt wurde. Auch zeigte ſie ſich dieſer Benennung in allen Punkten wuͤrdig.
Seit dieſer laͤrmenden Thronbeſteigung hoͤrte das arme Hoͤckchen nur ſehr ſelten noch von ihrer aͤltern Schweſter; aber ſie ſehnte ſich immer nach ihr, arbeitete fortwaͤhrend fleißig und verdiente mit großer Muͤhe woͤchentlich 4 Fres.(1 Thlr.)
Sie hatte von Franzisca weißnaͤhen gelernt und naͤhete grobe Hemden fuͤr Handwerker und fur die Soldaten. Sie erhielt 3 Frcs. fuͤr das Dutzend und dafuͤr mußte ſie dieſelben ſaͤumen, die Kragen ſteppen, die Knopfloͤcher machen, die Knoͤpfe anna⸗ hen, und wenn ſie taͤglich zwoͤlf bis funfzehn Stun⸗ den arbeitete, brachte ſie kaum vierzehn bis ſechs⸗ zehn Stuͤck in einer Woche fertig, ſo daß ſie alſo im Durchſchnitt in acht Tagen vier Fres. verdiente.
Und das ungluͤckliche Mädchen befand ſich nicht etwa in einer Ausnahmslage, nein,— Tauſende von Arbeiterinnen verdienten damals und verdienen heute nicht mehr, weil die Bezahlung der Frauen⸗ arbeit— eine empoͤrende Ungerechtigkeit, eine Bar⸗ barei iſt. Man giebt den Frauen zweimal weniger als den Maͤnnern, die ſich ebenfalls mit Naͤhen beſchäftigen, wie den Kleider-, Handſchuhmachern c.,— wahrſcheinlich weil die Frauen ſchwach ſind und weil bei der Schwangerſchaft und wenn ſie Mutter werden, ihre Beduͤrfniſſe ſich verdoppeln.
Das Hoͤckchen lebte alſo mit vier Fres. (1 Thlr.) woͤchentlich.
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