Teil eines Werkes 
176. Theil, Der ewige Jude : 5. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

Sie lebte, d. h. ſie machte es durch zwoͤlf⸗ bis funfzehnſtuͤndige eifrige Arbeit taglich moͤglich,— daß ſie nicht vor Hunger, Kaͤlte und Elend ſtarb, ſo ſchmerzliche Entbehrungen mußte ſie ſich auf⸗ erlegen.

Entbehrungen? Nein! Das Wort„Ent⸗ behrung“ bezeichnet nicht genuͤgend dieſen fortwäh⸗ renden ſchrecklichen Mangel an Allem, was zur Erhaltung der korperlichen Geſundheit und des Le⸗ bens, das uns Gott gegeben hat, durchaus nöthig iſt, naͤmlich: geſunde Luft und ein geſundes Ob⸗ dach, geſunde und genuͤgende Nahrung und warme Kleidung. Abtoͤdtung wuͤrde den vollſtaͤndigen Mangel dieſer zum Leben weſentlichen Dinge beſſer ausdruͤcken, welche eine nach Recht und Gerechtig⸗ keit eingerichtete Geſellſchaft jedem fleißigen und rechtſchaffenen Arbeiter ſchuldig ſein ſollte, da die Civiliſation ihm jedes Anrecht auf den Boden ge⸗ nommen hat und ſeine Arme ſein einziges Erbe ſind.

Der Wilde genießt die Vortheile der Civiliſa⸗ tion nicht, aber er hat doch zur Stillung ſeines Hungers die Thiere des Waldes, die Vogel der Luft, die Fiſche der Fluͤſſe, die Fruͤchte der Erde, ſowie als Obdach und zur Erwaͤrmung die Baͤume der Waͤlder.

Der civiliſirte Menſch, dem dieſe Gottesgaben genommen ſind und der das Eigenthum fuͤr heilig haͤlt, kann alſo fur ſeine taͤgliche ſchwere Arbeit, die ſein Vaterland bereichert, eine Bezahlung fordern,

3