Teil eines Werkes 
176. Theil, Der ewige Jude : 5. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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wohnte, und das Madchen war alſo mit Agricol

und Gabriel gleichſam aufgewachſen.

Manche Menſchen ſcheinen fuͤr das Ungluͤck beſtimmt zu ſein. Das Hoöckchen hatte eine ſehr ſchoͤne Schweſter, welcher Perrine Saliveau, ihre gemeinſchaftliche Mutter, die Wittwe eines verarm⸗ ten Kraͤmers, ihre thörichte blinde Liebe ausſchließ⸗ lich zuwendete, waͤhrend ſie die von der Natur ver⸗ nachläſſigte Tochter verachtete und mißhandelte, ſo daß dieſelbe ſich weinend zu Franzisca fluchtete, die ſie troͤſtete, ihr Muth zuſprach und ſie, um ſie zu zerſtreuen, Abends leſen und nähen lehrte.

Agricol und Gabriel, die durch das Beiſpiel ihrer Mutter an das Mitleiden gewoͤhnt waren, ahmten die andern Kinder nicht nach, welche das kleine Hoͤckchen gern verhoͤhnten, neckten und oft ſogar ſchlugen, ſondern liebten, ſchutzten und ver⸗ theidigten die Arme.

Sie war funfzehn und ihre Schweſter Cephyſe ſiebzehn Jahre alt, als ihre Mutter ſtarb und ſie beide in tiefſtem Elende zurucktieß.*

Cephyſe war klug, thätig und gewandt, ganz das Gegentheil ihrer Schweſter, eine der unruhi⸗ gen, lebhaften Naturen, bei denen das Leben uͤber⸗ ſtroͤmt, die durchaus Luft, Bewegungen und Ver⸗ gnuͤgungen brauchen, übrigens ein herzensgutes

Dagoberts Frau ſeit mehr als zwanzig Jahren be⸗

Maͤdchen, obgleich durch ihre Mutter völlig ver⸗ zogen.