—
traͤglich machte, denn ſie hatte bamals(der Ver⸗
dienſt war in jener Zeit, mit der jetzigen verglichen, noch glaͤnzend) durch eifrige Arbeit und Nachtwa⸗ chen bis 50 Sous des Tages verdienen koͤnnen, und damit erzog ſie ihren Sohn und ihr angenom⸗ menes Kind.
Nach dieſen zwoͤlf Jahren war ihre Geſundheit zerruͤttet, ihre Kraft faſt gänzlich aufgezehrt, aber es hatte doch den beiden Kindern an nichts gefehlt, ſie hatten die Erziehung erhalten, welche das Volk ſeinen Kindern geben kann. Agricol trat dann bei Franz Hardy in die Lehre und Gabriel bereitete ſich vor, das Seminar zu beſuchen, unter der eifrigen Gunſt Rodins, der ſeit 1820 ungefähr in genauer Verbindung mit dem Beichtvater der Franzisca Baudoin geſtanden hatte, die immer ſehr fromm, wenn auch nicht aufgeklaͤrt fromm geweſen und noch war.
Dieſe Frau gehoͤrte zu jenen Naturen von be⸗ wunderungswuͤrdiger Einfalt und Guͤte, zu jenen Maͤrtyrern unbekannter Aufopferung, welche oft an Heldenmuth grenzt, zu jenen heiligen unverdorbenen Seelen, bei denen der Trieb des Herzens den Ver⸗ ſtand erſetzt.
Der einzige Fehler oder vielmehr die einzige Folge dieſer blinden Treuherzigkeit war eine unuͤber⸗ windliche Hartnaͤckigkeit, ſobald die Frau dem Ein⸗ fluſſe ihres Beichtvaters gehorchen zu muͤſſen glaubte, unter dem ſie bereits ſeit vielen Jahren ſtand. Dieſen


