Teil eines Werkes 
175. Theil, Der ewige Jude : 4. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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Staunen ſteigerten ſich, je weiter er nachdachte; die beiden Mädchen, die man gerettet hatte, waren etwa funfzehn Jahre alt; ſie trugen Trauerklei⸗ dung, glichen einander zum Verwechſeln, und die Eine ttug eine Bronzemedaille am Halſe; es ließ ſich nicht daran zweifeln, es waren die Toͤchter des Generals Simon. Wie aber kamen die beiden Schweſtern unter die Schiffbruͤchigen? Wie waren ſie aus dem Gefängniſſe in Leipzig entkommen? Warum hatte er keine Nachricht davon erhalten? Waren ſie entflohen oder in Freiheit geſetzt worden? Warum hatte man es ihm nicht gemeldet? Dieſe untergeordneten Gedanken, die ſich in dem Kopfe Rodins mit noch vielen andern draͤngten, ſchwiegen vor der Thatſache:die Tochter des Generals Simon ſind da. Sein mit ſo großer Muͤhe angelegter Plan war geſcheitert. 5

Wenn ich von dem Retter dieſer beiden jungen Maädchen ſpreche, fuhr der Verwalter gegen ſeine Frau fort, ohne zu bemerken, daß Rodin in tiefen Gedanken daſtand,ſo ſtellſt Du Dir ihn vielleicht als einen Herkules vor.. Da irrſt Du Dich aber gewaltig, denn er iſt faſt ein Kind, ſo jung ſieht er aus mit ſeinem huͤbſchen ſanften Geſichte und ſeinem langen blonden Haar. Ich habe ihm einen Mantel gegeben, denn er hatte nur ſein Hemd und lange ſchwarze Beinkleider mit ſchwar⸗ zen wollenen Struͤmpfen, was mir ſeltſam vorkam.