Teil eines Werkes 
175. Theil, Der ewige Jude : 4. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
Einzelbild herunterladen

kleinen Fingers an den rechten Augenwinkel legte, um eine Thräne ze die ſich ſelten da zeigte.

Vor Allem fiel mir auf, daß ſie einander ſo ahnlich ſehen, fuhr der Verwalter fort,daß man ſie nicht unterſcheiden kann, wenn man ſie nicht oft ſieht.

Gewiß Zwillinge, fiel Madame Dupont ein.

Eines der armen jungen Maͤdchen, erzaͤhlte der Verwalter weiter,hielt in den Haͤnden eine kleine Bronzemedaille, die an einem Kettchen an ihrem Halſe hing.

Rodin ſtand gewoͤhnlich ſehr gebuͤckt, aber bei den letzeen Worten des Verwalters richtete er ſich plotzlich kerzengerade empor und eine leichte Roͤthe faͤrbte ſeine bleichen Wangen. Bei jedem Andern wuͤrde das ziemlich nichtsſagend geweſen ſein, bei Rodin aber, der ſeit vielen Jahren gewoͤhnt war, alle ſeine Gefuͤhle zu bezwingen und zu verbergen, verrieth es die hoͤchſte Verwunderung. Er trat ſo⸗ dann zu dem Verwalter und ſagte mit leicht be⸗ wegter Stimme, aber mit der gleichguͤltigſten Miene:

Es war ohne Zweifel ein frommes Andenken.. Haben Sie nicht geſehen, was auf der Medaille ſtand?

Nein, Herr Rodin, daran dachte ich nicht..

Und die beiden Schweſtern ſahen einander ſehr ähnlich, ſagen Sie?

Ja, zum Verwechſeln Wahrſcheinlich haben