Teil eines Werkes 
175. Theil, Der ewige Jude : 4. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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ten. Alle Abende Feſt oder Schauſpiel im Schloſſe. Welcher Lebemann war der Oberſt! Wie ſchoͤn ſpielte er Comodie! Ich denke noch daran..“

Der Verwalter konnte nicht weiter ſprechen. Eine dicke Magd in der picardiſchen Tracht trat ſchnell herein, wendete ſich an ihre Herrin und ſagte:

„Madame, es iſt ein Herr da, der ſogleich mit dem Herrn ſprechen will; er kommt in dem Wa⸗ gen des Poſtmeiſters aus St. Valery und ſagt, er heiße Rodin.“

„Rodin?“ wiederholte der Verwalter, indem er aufſtand;„laß ihn eintreten.“

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Im naͤchſten Augenblicke erſchien Rodin, der nach ſeiner Gewohnheit mehr als beſcheiden geklei⸗ det war. Er begrußte ſehr demuͤthig den Verwal⸗ ter und deſſen Frau, die auf einen Wink ihres Mannes ſich entfernte.

Das leichenhafte Geſicht Rodins, ſeine faſt unſichtbaren Lippen, ſeine durch das ſchlaffe Augen⸗ lid halbverhuͤllten kleinen Schlangenaugen und ſein faſt ſchmutziger Anzug gaben ihm ein nicht eben einnehmendes Ausſehen. Gleichwohl wußte dieſer Mann, wenn er wollte, mit teufliſcher Kunſt Gut⸗ muͤthigkeit und Offenheit zur Schau zu tragen; ſeine Rede wurde dann ſo freundlich, ſo einſchmei⸗

chelnd, daß der unangenehme, abſtoßende Eindruck,

den ſein Ausſehen anfangs hervorbrachte, ver⸗ ſchwand und er faſt immer ſein Opfer mit den

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