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„Wer hat Dir denn die ſchoͤnen Maͤhrchen von Fraͤulein Adrienne erzaͤhlt?“ fragte er, nach⸗ dem ſeine Lachluſt voruͤber war.
„Die Frau Renés, die nach Paris gegangen war, um ſich ein Ziehkind zu holen; ſie war in
dem Hauſe der Frau Fuͤrſtin St. Dizier, um ihre
Pathe, Madame Grivois, zu ſehen, die erſte Kam⸗ merfrau der Frau Fuͤrſtin, wie Du weißt. Eben die Madame Grivois hat ihr alles dies erzaͤhlt, und ſie muß es doch wiſſen, da ſie in demſelben Hauſe wohnt.“
„Ja wohl, dieſe Grivois iſt ein Teufelsbraten. Sonſt lebte ſie luſtig in den Tag hinein und jetzt macht ſie es wie ihre Herrin, iſt eine Heilige, eine Kopfhaͤngerin, eine Betſchweſter geworden. Wie der Herr, ſo der Knecht. Die Fuͤrſtin ſelbſt, die jetzt ſo fromm iſt, hat ihr Leben genoſſen. Wie lebensluſtig war ſie vor fuͤnfzehn Jahren! Erin⸗ nerſt Du Dich noch des ſchoͤnen Huſarenoffiziers, der in Abbeville in Garniſon lag?— jenes Emi⸗ granten, der in Rußland gedient hatte und dem die Bourbons nach der Reſtauration ein Regiment ga⸗ ben?“
„Ja wohl, ich erinnere mich recht gut. Aber Du biſt ein Läſtermaul.“
„Nein, ich ſage die Wahrheit; der Oberſt war fortwährend im Schloſſe und alle Welt ſagte, er ſtehe mit der Furſtin ſehr gut, die jetzt ſo heilig geworden iſt. Ach, damals waren noch gute Zei⸗


