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„Wenn ſie geworden iſt, was ſie nach ihrem ſchelmiſchen Geſichtchen zu werden verſprach, muß ſie jetzt ſehr hubſch ſein, trotz dem roͤthlichen Scheine ihres Haares. Wenn ſie ein gewoͤhnliches Buͤrger⸗ maͤdchen und nicht ein vornehmes Fraͤulein waͤre, wuͤrde man ſogar ſagen, ſie habe rothes Haar.“
„Immer Deine boͤſe Zunge!“
„Gegen Fraͤulein Adrienne? Davor behuͤte mich der Himmel, denn ſie ſah aus, als muͤſſe ſie ſo gut, wie ſchoͤn werden.. Ich will ihr damit nicht zu nahe treten, wenn ich ſage, daß ſie roͤthliches Haar hat,— im Gegentheil, denn ich weiß noch recht gut, wie weich, wie glanzend, wie golden ihr Haar war, wie ſchoͤn es zu ihrem ſchneeweißen Teint und ihren ſchwarzen Augen paßte, ſo daß man es gar nicht anders haͤtte wuͤnſchen koͤnnen. Ich bin auch faſt uͤberzeugt, daß dieſe Farbe des Haares, die fuͤr Andere nachtheilig geweſen ſein wuͤrde, das Geſicht des Fräulein Adrienne noch rei⸗ zender macht. Sie muß recht muthwillig aus⸗ ſehen.“
„Nun, was wahr iſt, bleibt wahr, muthwillig war ſie.. Sie lief ja immer in dem Packe umher, ärgerte ihre Gouvernante, kletterte auf die Baͤume und machte hunderterlei Streiche.“
„Ja ausgelaſſen und muthwillig war Fräulein Adrienne, als haͤtte ſie ein Teufelchen im Leibe ge⸗ habt; aber wie geſcheidt war ſie auch und gute Herz hatte ſie!“


