Verſuche aller Art der Ungluckliche machte, um das Wohlwollen ſeines Richters zu gewinnen.
Der Richter verſtand den Scherz anfangs nicht und wurde erſt durch die ſelbſtzufriedene Miene und den fragenden Blick Dagoberts aufmerkſam gemacht, der zu ſagen ſchien:„iſt das nicht ſchon
geſagt? Ich wundere mich uber mich ſelbſt.“ Der Richter laͤchelte und zuckte die Achſeln, dann machte er das Wortſpiel Dagoberts noch ſchlimmer, indem er antwortete;
„Hm! Sie haben Recht; der Prophet wird ſchlecht prophezeiht haben.. Sie werden ihm keine Entſchaͤdigung zahlen; Einer hat ſo viel Unrecht wie der Andere und der Schaden gleicht ſich aus. Er iſt verwundet und Sie haben das Pferd ver⸗ loren, alſo ſind Sie quitt.“
„Wie viel iſt er mir Ihrer Meinung nach ſchul⸗ dig?“ fragte der Soldat mit ſeltſamer Naivetät.
„Wie?“
„Wie viel wird er mir bezahlen muͤſſen, Herr Richter?“
„Wie viel?“
„Ja, aber ehe wir die Summe feſtſetzen, muß ich Ihnen noch etwas ſagen, Herr Richter.. Ich glaube in meinem Rechte zu ſein, wenn ich nicht das ganze Geld zum Ankaufe eines Pferdes ver⸗ wenden. Ich bin uͤberzeugt, daß ich in der Ge⸗ gend von Leipzig bei einem Bauer ein wohlfeiles Pferd finde. Ich geſtehe Ihnen ſogar, unter uns,


