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fen, hatten ſie die unſchuldige Heiterkeit ihres Al⸗ ters bewahrt und wenn auch bisweilen die Erinne⸗ rung an ihre Mutter ſie traurig machte, ſo hatte dieſe Traurigkeit doch nichts Herbes; ſie war viel⸗ mehr eine ſanfte, liebliche Melancholie, die ſie eher ſuchten als mieden. Die immer verehrte Mutter war fuͤr ſie nicht todt, ſondern nur abweſend.
In Frömmigkeitsgebraͤuchen waren ſie faſt ſo unwiſſend wie Dagobert, denn in der Einoͤde, in welcher ſie gelebt, hatte es weder eine Kirche noch einen Prieſter gegeben und ſie glaubten blos, wie erwaͤhnt, der gute und gerechte Gott habe mit den armen Muͤttern, deren Kinder auf der Erde blieben,
ſo viel Mitleiden, daß er ihnen geſtatte, vom Himmel
herab ſie immer zu ſehen und immer zu horen und ihnen bisweilen ſchoͤne Schutzengel zu ſenden.
In dieſem lieblichen Glauben wähnten die ver⸗
maiſeten Maͤdchen, ihre Mutter habe ſie immer
vor Augen und ſie würden ſie betruben und den
SSchutz der guten Engel verſcherzen, wenn ſie un⸗
recht handelten.
Darauf beſchraͤnkte ſich die Religion Roſas
und Biancas, und dieſe Religion reicht fur die lie⸗ benden reinen unverdorbenen Seelen aus.
Dieſen Abend alſo plauderten die Schweſtern miteinandhe, waͤhrend ſie auf Dagobert warteten. Ihr Geſpräch intereſſirte ſie ſehr, denn ſie hatten ſeit einigen Tagen ein Geheimniß, ein großes Ge⸗
heimniß, das oftmals Klopfen in hren jungfräu⸗
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