Fünftes Kapitel. Noſa und Bianeca.
Die beiden Maͤdchen befanden ſich in einem der abgelegenſten Gebaͤude des Wirthshauſes und in einem ſchlechten Stuͤbchen, deſſen einziges Fen⸗ ſter ins Freie ging. Ein Bett ohne Vorhaͤnge, ein Tiſch und zwei Stuhle bildeten das mehr als be⸗ ſcheidene Mobiliar der Stube, die durch eine Lampe erleuchtet war. Auf dem Tiſche, nahe am Fenſter, lag der Torniſter Dagoberts.
Murr, der große fahle ſibiriſche Hund, der an der Thuͤre lag, hatte ſchon ein Paarmal dumpf ge⸗ knurrt und dabei nach dem Fenſter hin geſehen. Bei dieſer Aeußerung ſeiner Feindſchaft war es aber geblieben.
Die beiden Schweſtern, die halbliegend auf ihrem Bette ſaßen, trugen lange weiße Gewaͤnder, die an dem Halſe und an den Aermeln zugeknoͤpft waren. Haͤubchen hatten ſie nicht mehr auf; nur ein breites Zwirnband hielt an' der Schlaͤfegegend ihr ſchones braunes Haar zuſammen, damit es ſich in der Nacht nicht verwirre. Dieſe weiße Klei⸗ dung und eine Art Heiligenſchein um ihre Stirn, gaben ihren friſchen reizenden Geſichtern einen noch unſchuldsvollern Ausdruck.
Sie lachten und plauderten mit einander, denn trotz manchem Leid, das ſie ſo fruͤh ſchon betrof⸗
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