Ali war ſehr empfaͤnglich fuͤr Muſik; eine ſchoͤne Stimme machte ihm die größte Freude. Ich habe ihn mehrmals Thranen vergießen ſehen, waͤh⸗ rend ein junger arabiſcher Sänger Illahis(Hym⸗ nen) ſang. Der Weſir verſtand zwar die arabiſche Sprache nicht, aber die Melodie allein ruͤhrte ſein wildes Herz.
Er liebte die Pracht in der Kleidung und be⸗ ſonders in den Waffen ſehr. Seine Piſtolen und ſeine Dolche waren mit Diamanten uͤberſaͤet. Er hatte auch ſehr werthvolle Ringe an den Fingern; unter andern einen Solitaͤr, den er von dem Ex⸗ könige von Schweden gekauft hatte, als dieſer nach Preveſa kam, in der Hoffnung ſich nach Jeruſalem begeben zu koͤnnen; der Sultan hielt es aber nicht fur angemeſſen, die Erlaubniß zu geben. Die Ta⸗ batieren, deren Ali Paſcha ſich bediente, waren ſämmtlich von der größten Pracht und kamen aus Frankreich oder England. Er war nur in ſeinem Kopfputze einfach, und trug nur bei den beiden
eiramsfeſten einen Turban, und auch dann nur, waͤhrend er in der Moſchee war; dieſer Turban be⸗ ſtand ubrigens nur aus der Borte eines Schawls, den er vom Grunde abſchneiden und ſich aufwin⸗ den ließ. Die uͤbrige Zeit trug er ſtets nur eine blaue oder violette Sammetkappe, mit Gold beſetzt. Ich kann verſichern, daß er ſich nie einfallen ließ, einen Reiherbuſch auf dem Kopfe zu tragen, wie einige Perſonen behauptet haben, und das zwar


