Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 135—

Wolle die Peſt mittheilt, ließ Ali bei dem geringſten Zeichen dieſer Geißel die Teppiche wegnehmen, un⸗ geachtet er uͤberzeugt war, 150 Jahr alt zu werden.

Sobald ich eingetreten war, ſagte er ſeufzend zu mir:„Du weißt ohne Zweifel ſchon, Ibrahim Effendi, welches Ungluͤck auf dieſer Stadt laſtetz ich gehe nach Preveſa; triff Deine Anſtalten, mir zu folgen und reiſe noch heute Abend, ſpäteſtens aber morgenfruͤh ab.

Ich fragte ihn, ob ich in Dienſtangelegenheiten nach Preveſa gehen ſollte, oder nur aus Furcht vor der Peſt. Er antwortete mir, wegen der Peſt, da er vorausſetze, daß ich trotz meines Islamismus nicht bös ſein wurde, unter ſolchen Umſtaͤnden Ja⸗ nina verlaſſen zu können. Da die erſten Muſel⸗ maͤnner, wie Mehemed Effendi, Kiahyah Ali Pa⸗ ſchas, der Mufti, der Cadi, der Divan⸗Effendi und mehrere andere zugegen waren, hielt ich die Ge⸗ legenheit fuͤr paſſend, die Religion als Vorwand meiner Weigerung zu nehmen; ich bat ihn daher, wenn er es vermoͤchte, mir irgend einen Ort auf der Erde anzugeben, der außerhalb des Himmels⸗ gewoͤlbes laͤge, ſo wuͤrde ich mich augenblicklich da⸗ hin begeben, weil ich dort von der Peſt nicht er⸗ reicht werden koͤnnte; da aber Preveſa ebenſogut als Janina unter dem Gewölbe des Himmels, und folglich unter der Allmacht Gottes laͤge, wuͤrde ich glauben, das Vertrauen zu verletzen, das ich der gottlichen Vorſehung ſchuldig ſei, wenn ich mich

*