mußten ſich dort oft ſechs Perſonen mit einem Stuͤbchen begnuͤgen, und die Dienerſchaft, ſo wie die Eigenthuͤmer mit ihren eigenen Familien bivouakirten in den Gärten und auf den Straßen. Mit einem Worte, man befand ſich ſchlecht in Pre⸗ veſa, wenn der Weſir dort war, und beſonders in den Zeiten der Peſt, weil dann eine zu große Menge Menſchen hier zuſammenſtroͤmte. Ich faßte daher den Entſchluß, nicht hinzugehen, wenn ich es vermeiden koͤnnte, um ſo mehr da ich die Stadt und ihre Umgebung genau kannte, weil ich ſchon zweimal dort geweſen war, das erſte Mal bei meiner Ankunft in den Staaten Ali Maſchas, das zweite Mal von ihm hingeſchickt, die Feſtungs⸗ werke zu beſichtigen und ſeine Befehle in Beziehung auf dieſelbe zu uͤberbringen. Die Reiſe konnte mir daher nur ſehr unangenehm ſein, ohne mir irgend etwas zu bieten, das im Stande war, meine Neugier oder meine Wißbegier zu befriedigen. Als ich daher vor Ali erſchien, war ich entſchloſſen, un⸗ ter der Obhut Gottes in Janina zu bleiben. Als ich in ſein Zimmer trat, bemerkte ich, daß man die Fußteppiche weggenommen hatte, mit denen in der Tuͤrkei faſt alle Fußboͤden bedeckt ſind. Am Tage meiner erſten Unterredung mit Ali, gleich nach meiner Ankunft in Janina, hatte ich den Fußbo⸗ den ſchon einmal ſo entbloͤßt gefunden. Damals verheerte die Peſt die Stadt Larta, 12 Stunden von Janina, und da die Europäer behaupten, daß 4
Teil eines Werkes
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


