„Willſt Du gehangen werden?“ rief der Bek⸗ tadji mit ſeiner gellenden Stimme. „Du hoͤrſt es,“ ſagte Marco Ducas, indem er den Dolch aus ſeinem Guͤrtel zog und ſeinen Sohn
erfaßte.
„Toͤdte ihn nicht! Im Namen Gottes, todte ihn nicht!“ ſchrie die Mutter.
„Du willſt alſo, daß ſie ihn lebend haben ſol⸗ len? Du willſt, daß er unter den gottloſen Zau⸗ berformeln Khamco's und ihrer Tochter enden ſoll?“ ſagte der Bergbewohner, indem er eine verzwei⸗ felte Bewegung machte.
„Gnade, mein Vater, Gnade! Was habe ich Dir gethan?“ rief das Kind voll Entſetzen.
„Gott hat ihn heut ſchon vor den wilden Thie⸗ ren errettet,“ ſagte die Mutter,„er wird ihn viel⸗ leicht auch vor der Zauberin erretten.— Aber im Namen des Himmels, erbarme Dich ſeiner!“
„Michael— mein Michael— ſenke Dein Haupt— ſieh mich nicht an—“ ſagte der un⸗ gluckliche Vater mit bebender Stimme, die Augen in Thraͤnen gebadet; dann noch ehe Noömi eine Be⸗ wegung machen konnte, hob er raſch ſeinen Dolch empor, aber zweimal brach ſein Muth, als das Ei⸗ ſen die Bruſt ſeines Kints beinahe erreicht hatte. .„Er iſt gerettet!“ rief Noömi mit dem Tone
des Triumphes, indem ſie zu ihrem Sohne eilte
und ihn mit ihrem eigenen Koͤrper deckte.


