—
ſchien den Schuß von oben nach unten richten zu wollen, und gab Feuer.
Die Kugel pfiff, ricochettirte, und fuhr gluͤck⸗ lich, ohne Jemand zu verwunden, in die entgegen⸗ geſetzte Wand.
„Ihr werdet das Kind todten!— Sie wer⸗ den das Kind toͤdten!— Gebt Acht auf das Kind!“ rief der Bektadji mit ſeiner duͤnnen, gellen⸗ den Stimme.
Als die ungluͤckliche Mutter dieſe Worte hoͤrte, die ſcheinbar ſo menſchlich waren und dem rohen Angriffe der Reiter ſo ſehr widerſprachen, errieth ſie mit dem Inſtinkt eines entſetzlichen Scharfſin⸗ nes ploͤtzlich, daß man komme, um ihr ihren Sohn zu rauben.
Marco Ducas hatte denſelben Gedanken und Beide blickten ſich entſetzt an.
Der Blick des Bergbewohners, der auf Mi⸗ chael fiel, welchen Noömi mit dem Ausdrucke wil⸗ der Herausforderung an ſich preßte, mußte fuͤrchter⸗ lich und bedeutungsvoll geweſen ſein, denn Noömi warf ſich Marco Ducas zu Fuͤßen und ſchrie mit gefalteten Haͤnden:„Toͤdte ihn nicht!“
„Und weshalb nicht?“ fragte der Grieche mit einer entſetzlichen Ruhe.
„Wirſt Du endlich oͤffnen, Hund von Radja?“ riefen tumultuariſch die Stimmen außerha in⸗ dem die Thuͤr heftig geruͤttelt wurde.
*


