Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
Einzelbild herunterladen

geln auf ihre Schultern herab; ſie druckte den Kopf Michael's gegen ihre Bruſt, indem ſie das Kind zu erwaͤrmen ſuchte, das auf ihren Knien eingeſchla⸗ fen war.

Marco Ducas war von mittlerer Groͤße, aber kräftigem Wuchſe; ſeine Geſichtsfarbe war blaß, ſeine Zuge zugleich ruhig, klug und kuhn; er trug die Haare hinten am Kopf lang herabfallend, auf der Stirn und den Schlaͤfen aber glatt abgeſchnit⸗ ten. Er hatte ſeinen Ueberwurf von Ziegenfell abge⸗ legt und trug einen alten Yellek oder kurzes Wamms von grobem gruͤnen Tuche; ein Guͤrtel von rother

olle war mehrmals um ſeinen Leib geſchlungen und hielt den epirotiſchen Rock von weißer Lein⸗ wand feſt; ein Stuͤck ungegerbten Leders, mit Rie⸗ men befeſtigt, umhuͤllte ſeine kraͤftigen Fuͤße und Beine nach Art der Kamaſchen.

Er rauchte ſeine Pfeife mit thoͤnernem Kopf und einem Rohr von wilden Kirſchen; von Zeit zu Zeit liebkoſte Marco Ducas den Hund, den treuen Gefährten des Tomoros, wechſelte einige Worte mit Noömi oder ſchurte das Feuer an, deſſen flak⸗ kerndes Licht dieſe Scene beſchien.

Nachdem die armen Leute lange daruͤber ge⸗ ſprochen hatten, wie ſie den Baͤren benutzen woll⸗ ten, den ſie als ein Geſchenk der Vorſehung be⸗ trachteten, kam ihre Rede auf Khamco, die Mut⸗ ter Ali Paſchas, die fuͤrchterliche Frau, deren Na⸗

men man nie anders ausſprach, als mit Schrecken,