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Plotzlich ſchwang ſich ein Kind von ungefaͤhr zehn Jahren, beinahe nackt, mager, mit langen, duͤnnen ſchwarzen Haaren, mit einem zerfetzten Lammfelle kaum bedeckt, mit ſeltener Geſchicklich⸗ keit von Aſt zu Aſt bis in den Wipfel eines dieſer Bäume.
Das Kind zeigte den großten Schrecken, blickte voll Entſetzen nach dem Bett des Fluſſes hinab, ſtieß gellendes Geſchrei aus, und als es den Gipfel der Platane erreicht hatte, ſuchte es mit verzweif⸗ lungsvollem Blicke umher, um zu ſehen, ob es ſich nicht auf den Weg ſchwingen könnte, ohne Zweifel um ſo dem Feinde zu entgehen, der es zu verfolgen ſchien.
Als es aber die Unmoͤglichkeit erkannte, dieſen Plan auszufuͤhren, ſchrie das Kind mit wachſender Angſt nach ſeinem Vater.
Keine Stimme antwortete ihm, denn zu wuͤ⸗ thend tobte der Sturm.
Bald zeigte ſich zehn Fuß ungefähr unter dem Kinde ein gewaltiger Baͤr, hing ſich ſchwerfaͤllig an jeden Abſatz der Platane, und kletterte langſam, doch mit Umſicht, in die Hoͤhe. Er war ſchmutzig ſchwarz, wie die Baͤren dieſer Gegend, die bei den harten Wintern in Epirus ihre unzuganglichen Hoͤhlen in Haliacmontes*) verlaſſen, um in das flache Land hinabzuſteigen.
*) Eine der höchſten Bergketten in Epirus.


